Kino

»David« - Familienfreundliches Musical nach Motiven aus der Bibel

Die Geschichte von David und Goliath kennen auch viele, die sonst nicht so bibelfest sind. Foto: Kinostar Filmerleih

Der Stoff, aus dem Legenden sind. So könnte man die biblische Geschichten über David wohl auch betiteln. Etwa die berühmte Begegnung des einfachen Hirten mit dem Hünen Goliath.

Mit Hilfe einer einfachen Steinschleuder besiegt David den hochgerüsteten Krieger und sorgt dafür, dass die Übermacht der Philister von der Armee des Königs Saul in die Flucht geschlagen wird. Das alles kann man in der Bibel im ersten Buch Samuel nachlesen.

Bibeltreue und Heldenreise

Der von den auf religiöse Stoffe abonnierten Angel Studios produzierte Animationsfilm bleibt in der Handlung recht nahe am biblischen Text; die Bilder entstammen jedoch der Gegenwart.

»David« ist als Musical angelegt und zeigt einen jugendlichen Helden, der in vielerlei Hinsicht an vergleichbare Charaktere aus Disney- oder Pixar-Filmen erinnert: strahlend und freundlich, stets bereit, sich für das Gute und den Schutz von anderen einzusetzen.

Mit viel Action und Witz

Am Anfang des Films sind die Schutzbedürftigen eine Schafherde und die Bedrohung durch einen Löwen, den David mit List überwinden kann. Auch diese Episode wird in der Bibel angedeutet. Kaum heimgekehrt, was im Stile der großen Animationsfilm-Vorbilder mit Action und Witz inszeniert ist, wartet der Prophet Samuel bei seiner Familie und salbt David zum König - der wiederum kaum weiß, wie ihm geschieht.

Damit ist die eigentliche Handlung einer klassischen Heldenreise eröffnet. Fortan versucht David, seinen Platz zu finden und seiner (frühen) Berufung gerecht zu werden. Bald ist es vorgezeichnet - und auch biblisch überliefert, dass diese Geschichte auf die Übernahme der Königsherrschaft durch David hinauslaufen wird.

Da Davids Figur im englischen Original von dem christlichen Popsänger Phil Wickham gesprochen wird, stammt auch der Song von ihm, der zum Stimmungswandel von Saul führt. So kommt David an den Königshof und freundet sich mit Jonathan, dem Sohn des Königs, an.

Davids frühe Rivalität mit Saul

David ist zwar schon als Jugendlicher von Gott erwählt, doch noch lange nicht bereit, König zu sein. Seine Entwicklung ist stark von Konflikten mit Saul geprägt. Der Film greift diese Spannung auf. Besonders die frühe Rivalität zwischen Saul und David wird atmosphärisch dicht inszeniert - weniger als klassischer Machtkampf, denn als tragische Erosion von Vertrauen. Damit trifft die Inszenierung einen Kern der biblischen Vorlage.

In dieser Phase der Flucht Davids, der mittlerweile ein junger Mann ist und nicht mehr nur mit einer Steinschleuder, sondern auch mit einem Schwert bewaffnet ist, wird der Film dunkler und ernsthafter. Sauls Verfolgungswahn wirkt bedrohlich, und David fürchtet tatsächlich um sein Leben, bleibt aber der Held, der insbesondere durch Klugheit und Besonnenheit die Oberhand gewinnt.

Für die Familie inszeniert

Der Familienunterhaltung ist es geschuldet, dass negative Aspekte geschönt oder im Film gar nicht erst angesprochen werden. Und trotz einer im letzten Drittel des Films düsteren Tonlage bleibt Gewalt auf der Bildebene ausgeschlossen; die Kämpfe vollziehen sich unblutig.

Dieses Weichzeichnen einer in der Bibel recht brutalen Geschichte über Aufstieg und Fall des Königtums geschieht um den Preis, dass während der zweistündigen Laufzeit zwar viel biblischer Stoff erzählt wird, die Spannungsdramaturgie mitunter aber deutlich durchhängt. Da die Animation aber flüssig und farbenfroh ist und die Hauptfiguren genug Individualität entwickeln, kann die Darstellung manche Schwäche des Inhalts auffangen.

Zwischen Berufung und Fehlbarkeit

Die Erzählweise mit den Mitteln der Familienunterhaltung führt dazu, dass sowohl eine zu deutliche Missionierung als auch eine sklavische Nähe zum biblischen Text vermieden werden. David wird weniger als »von Gott auserwählter König« verstanden, sondern als junger Mensch, der zwischen Berufung und Fehlbarkeit pendelt.

Ein unfreiwilliger Held, der nach seinem Platz im Leben sucht, sich loyal zeigt, aber auch einen eigenen Weg verfolgt. Das entspricht durchaus dem Spannungsbogen der biblischen Samuel-Bücher, verschiebt aber den Akzent mehr ins Existenzielle als ins Theologische, wodurch es für jüngere Zuschauer verständlich bleibt.

Ab 17. September im Kino

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