Köln

Dattelkaffee und buntes Salz

Zwischen Polen, Japan und Griechenland liegt Israel. Was auf dem Globus hinkt, trifft auf der Anuga, der internationalen Fachmesse für Lebensmittel in Köln, zu. Unter dem Motto »Taste Israel – a World of Flavors« präsentieren seit Samstag rund 20 israelische Unternehmen ihre Neuheiten wie Kaffee aus Datteln, farbiges Salz und glutenfreie Mazzot. »Alles koscher«, versprechen die Veranstalter.

Der von der Firma Espressodate vorgestellte Dattelkaffee ist zudem koffeinfrei. Im Gegensatz zu entkoffeiniertem Kaffee sei er dies von Natur aus, man müsse keine Chemie einsetzen. In Köln hofft das Unternehmen auf neue Kontakte. Die bislang auf Israel beschränkte Vermarktung des »Alternative Coffee« soll auf Deutschland, aber auch auf Skandinavien, die Vereinigten Staaten, Russland und Kanada ausgedehnt werden.

»Der Kaffee aus Dattelkernen verdeutlicht ganz besonders die Innovationskraft und symbolisiert die Vielfalt der israelischen Lebensmittelindustrie«, zitiert die Pressemitteilung Daphna Sternfeld, die Stellvertretende Generaldirektorin des Israel Export Institute (IECI).

Salzig Bunt ist das im israelischen Pavillon aufgetischte »Wundersalz«. Natriumarm sei es und durch seine schrillen Farben vor allem für Kinder gedacht: Die könnten es besser sehen und folglich besser dosieren, heißt es bei Salt Of The Earth. Erhältlich ist das in Israel geförderte Salz in den Sorten Apfel, Möhre, Zitrone oder Rettich.

Bald marktreif sei überdies ihr »Mikrosalz«, kündigt die Firma an. Es sei zehnmal feiner als »Pudersalz« und deshalb besser im Mund wahrzunehmen. Anders als beim herkömmlichen Kochsalz schlucke man weniger ungeschmeckt. Rund 30 Prozent Salz ließen sich so zum Beispiel in Fertigprodukten sparen, erklärt der Sprecher, »das sollte einige große Unternehmen interessieren«.

Die gleich nebenan ausstellende Firma Pri-Chen hat sich aus der Idee entwickelt, »geheime Familienrezepte« industriell umzusetzen. Da sich die dem zugrunde liegende Familie wohl häufig mit dem Einlegen von Gemüse beschäftigt hat, gibt es jetzt eben das zu kaufen: Gurken in Essig, Auberginen in Salz und Pflaumen in Sirup.

Geschmackvoll Das bereits 1849 in Moskau gegründete Familienunternehmen Wissotzky Tea, »führender Teeanbieter in Israel«, offeriert am Rhein seine »Premium Kollektion«: Erdbeer-Panna-Cotta, Zitronengras-Sahne und Schokolade-Trüffel.

Mitbewerber Prince zeigt mit seiner Produktlinie »Tahini« Variationen von Sesampaste, Konkurrent Baracke hat dem Mus obendrein Vanillearoma, Pistazien und eine Pralinenform verpasst.

Shelley Anne’s bietet »nährstoffreiche« Cracker und Bagels an, wowwe wartet mit Müsliriegeln auf. Priniv Ltd. wiederum hat an der Ecke ein Saftregal errichtet. Die Fruchtkombinationen werden von Bananen dominiert, geerntet in Israels Norden.

»Dass Essen auch kulturelle Grenzen überwinden kann«, zeigt das Unternehmen Sindyanna of Galilee. Es wird von Frauen geführt und »versucht, die arabisch-jüdische Zusammenarbeit zu fördern«. In den Bergen Galiläas stellen die Frauen gemeinsam das »flüssige Gold« her: Öl aus biologisch angebauten Oliven.

Fair »Sindyanna of Galilee ist der einzig zertifizierte Fair-Trade-Olivenölhersteller Israels, der mit der arabischen Bevölkerung zusammenarbeitet«, erklärt die Organisation. Die Frauen wollen Vertrauen zwischen »Menschen beider Seiten« schaffen, zudem eine »gewerbliche Tätigkeit mit gemeinnütziger Arbeit« verknüpfen.

Leider stünden sie mit ihrer fairen Produktion ziemlich allein da, kritisiert die Sprecherin des Messestands. Nicht nur unter Olivenölproduzenten.

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