Dresden

Berben: »Sprachlos darf man nur einen Moment sein«

Iris Berben Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Dresden

Berben: »Sprachlos darf man nur einen Moment sein«

Die Schauspielerin Iris Berben engagiert sich seit vielen Jahren für eine demokratische Gesellschaft. Beim Dresdner Semperopernball wird sie ausgezeichnet

 15.01.2026 15:19 Uhr

Die Schauspielerin Iris Berben appelliert an die gesellschaftliche Mitte, angesichts zunehmender Herausforderungen nicht zu schweigen, sondern sich für Demokratie zu engagieren.

»Sprachlos darf man nur einen Moment sein - und dann muss daraus Haltung werden, Widerstand«, sagte Berben. Die schweigende Mitte mache sie dagegen »fassungslos«.

Lesen Sie auch

Die 75-jährige Berben setzt sich gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Es erschrecke sie, »wie duldsam oder auch desinteressiert« viele Menschen seien, obwohl sie sehen, was weltweit passiert: »Wir leben in Zeiten, die uns mehr denn je dazu auffordern, Haltung zu zeigen, nicht nur in Worten, sondern im Handeln.« Zugleich sagte die Schauspielerin: »Wir verlieren zu viele Menschen, die sich nicht gesehen fühlen, die keine Hoffnung mehr haben.«

Vielfalt aushalten

Es gelte, Würde zu ermöglichen. »Wir werden nie alle gleich sein, aber wir müssen gemeinsam eine Gesellschaft gestalten, die Vielfalt aushält«, sagte sie. Schweigen helfe dabei nicht.

Berben wird für ihr gesellschaftliches Engagement beim diesjährigen Semperopernball am 6. Februar in Dresden mit dem Choros Award geehrt. Sie wolle diese Auszeichnung auch als Bühne für aktuelle Themen nutzen, gerade weil es mit Blick auf Ostdeutschland »immer noch Vorurteile und vereinfachende Zuschreibungen« gebe, sagte sie.

Sie verstehe ihre Verantwortung auch dahingehend, »Gelegenheiten nicht ungenutzt verstreichen zu lassen«. Es gelte immer, Zeichen zu setzen. Die Dresdner Ballnacht 2026 steht unter dem Motto »Film ab!«. epd

Interview

»Israel zu retten, bedeutet, die Menschheit zu retten«

Die Berliner Kabarettistin Michaela Dudley über die historische Allianz zwischen Schwarzen und Juden, Antisemitismus in den Medien – und warum sie seit dem 7. Oktober 2023 oft »gecancelt« wird

von Helmut Kuhn  16.08.2026

Kulturkolumne

Rückkehr nach Aschkenas

Wo sind Juden zu Hause?

von Eugen El  16.08.2026

Zahl der Woche

0 Euro

Fun Facts und Wissenswertes

 16.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Small Talk oder Die anstrengende Zeit nach dem Urlaub

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Aufgegabelt

Sauerkirschsuppe mit Sauerrahm

Rezepte und Leckeres

von Noemi Berger  16.08.2026

TV-Kritik

Der Ring, der nie gelungen: Arte-Doku über Richard Wagner und sein monumentales Werk

Eine Arte-Dokumentation erzählt die Geschichte von Richard Wagners Gesamtkunstwerk und seiner Vereinnahmung durch die Nazis

von Manfred Riepe  15.08.2026

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Hamburg

Art Garfunkel kommt für ein Konzert nach Deutschland

Der Vorverkauf für den Auftritt in der Elbphilharmonie am 24. Oktober hat begonnen

 14.08.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 14.08.2026