Berlin

Baubeginn für Barenboim-Said-Akademie

Stellten das Projekt der zukünftigen Barenboim-Said-Akademie vor: Daniel Barenboim, Staatsministerin Monika Grütters und Michael Naumann (v.l.) Foto: dpa

In Berlin haben am Dienstag offiziell die Bauarbeiten für die zukünftige Barenboim-Said-Akademie begonnen – eine ungewöhnliche Musikhochschule, die hauptsächlich junge Musiker aus dem Nahen Osten ausbilden soll. Für die neue Akademie, die auch einen Konzertsaal mit 622 Plätzen nach einem Entwurf des US-Architekten Frank Gehry einschließt, wird das ehemalige Magazingebäude der Berliner Staatsoper komplett umgebaut.

Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper und musikalischer Leiter der neuen Akademie, kündigte ein »Curriculum für das denkende Ohr« an. Der dreijährige Studiengang soll ab Herbst 2016 nicht nur eine musikalische, sondern auch eine geisteswissenschaftliche Ausbildung umfassen: »Wir wollen hier nicht nur junge Musiker weiterentwickeln, sondern auch lernen, auf philosophischer Basis zu denken«, so Barenboim.

ensemble Die Akademie knüpft an die Arbeit des West-Eastern Divan Orchestra an – das Ensemble für junge jüdische und arabische Musiker, das Barenboim 1999 gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler und Pianisten Edward Said gegründet hatte.

Geplant sind in Zukunft auch Konzerte mit einem Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik, die von Mitgliedern der Staatskapelle und des West-Eastern Divan Orchestra bestritten werden sollen. Doch auch Werke von Mozart, Schönberg und Bartók werden im neuen Konzertsaal zu hören sein, so Barenboim. Er kündigte ferner an, die neue Akademie solle zusätzlich ein Zentrum für arabische Musik in Europa werden: »Wir kennen die arabische Musik nicht genug«, sagte er.

Friedensprozess Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, nannte das Projekt einen »Beitrag der Bundesregierung für den Friedensprozess im Nahen Osten«. Die Baukosten belaufen sich auf 33,7 Millionen Euro. 20 Millionen davon kommen aus dem Etat der Staatsministerin für Kultur und Medien. Die restlichen Gelder haben private Spender aufgebracht. Für die laufenden Kosten setzt Michael Naumann, Direktor der Barenboim-Said-Akademie, auf eine Mischfinanzierung durch Bund und Spender: »Die Unterstützung für das Projekt in allen Parteien ist sehr hoch.«

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