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Aus der Todeszone

Überlebenskampf: Alltag im Ghetto Lodz Foto: ghetto-chronik.de

»Keine Ausreise-Aufforderung, eine Ration, ein Laib Brot – diese drei Fakten an einem Tag hatten die Kraft, das Ghetto glücklich zu machen. Mit einem Wort: Ein goldener Samstag!« So endet der »Tagesbericht« über den 1. Juli 1944 im Ghetto Lodz/Litzmannstadt. Die Aufzeichnung gehört zu einer Chronik, in der Mitarbeiter der jüdischen Ghetto-Verwaltung Alltagsereignisse, vor allem aber die ständige Bedrohung durch Deportationen schildern. Diese Zeitdokumente sendet hr2-kultur ein Jahr lang. Täglich wird gegen 12.55 Uhr ein Chronik-Eintrag gelesen.

heimlich Lodz/Litzmannstadt war eines der größten der zwangsweise eingerichteten Ghettos im Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten. Zwischen 1939 und 1944 wurden hier nahezu 200.000 jüdische Menschen zusammengepfercht. Verfasst wurde die Ghetto-Chronik vom 12. Januar 1941 bis zum 31. Juli 1944 vorwiegend von inhaftierten Journalisten und Schriftstellern, zunächst auf Polnisch, später dann auf Deutsch. In verschiedenen Rubriken protokollierten sie die Ereignisse: Von Deportationsbefehlen, Geburten- und Sterbezahlen, über Unfälle, die Versorgung, Nachrichten aus den Produktionsstätten, ansteckenden Krankheiten und Todesursachen bis zu feuilletonistischen Kommentaren. Trotz großer Authentizität war der Blick der Berichterstatter eingeschränkt, da sie einer internen Zensur unterlagen und die Entdeckung ihrer Aufzeichnungen durch die deutschen Besatzer fürchten mussten.
Die Ghetto-Chronik, als Buch 2007 in fünf Bänden im Wallstein Verlag erschienen, ist auch erstmals online verfügbar. Entwickelt wurde der »virtuelle Erinnerungsort« vom Marburger Herder-Institut, dem Zentrum für Medien und Interaktivität der Uni Gießen und dem Staatsarchiv Lodz. ja

»Chronik des Ghetto Lodz«, täglich gegen 12.55 Uhr auf hr2-kultur (UKW 96,7 / 95,0 oder 99,6 MHz) oder als Livestream unter www.hr2-kultur.de
www.getto-chronik.de

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