EUJS

»Wir sind echte Partner«

Alina Bricman über jüdische Studierende, Europa und Verantwortung

von Michael Thaidigsmann  06.12.2018 07:23 Uhr

Alina Bricman Foto: privat

Alina Bricman über jüdische Studierende, Europa und Verantwortung

von Michael Thaidigsmann  06.12.2018 07:23 Uhr

Frau Bricman, diese Woche hat die Europäische Union jüdischer Studierender (EUJS) ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Was hat sich seit der Gründung Ihres Verbandes verändert?
Die EUJS ist nicht nur gewachsen und hat sich etabliert, sie hat vor allem das Zusammenwachsen von jungen Jüdinnen und Juden in Europa befördert. Wir sind mittlerweile für die EU und für andere Organisationen zu echten Partnern geworden. Das übrigens nicht nur, wenn es um jüdische Anliegen geht. Wir stehen auch für Menschenrechte ein. Ich denke, es gibt da ein jüdisches Selbstbewusstsein, das in den letzten 40 Jahren allmählich gewachsen ist.

Was sind für Sie die drei größten Erfolge der EUJS?
Da ist zunächst die Summer University, die wir jedes Jahr organisieren. Dieses Event, zu dem Hunderte junge Juden unter 30 zusammenkommen, ist einzigartig. Des Weiteren ist da unsere Akkreditierung als beratende Organisation des UN-Menschenrechtsrates in Genf. Wir nehmen aktiv an den Sitzungen dieses Gremiums teil. Und schließlich unsere gute Einbindung ins Europäische Jugendforum, der weltgrößte Zusammenschluss von Jugendverbänden. Dort haben wir vor Kurzem erreicht, dass die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) als verbindlich angenommen wurde – kein leichtes Unterfangen.

Wie steht es um das Verhältnis zu anderen jüdischen und nichtjüdischen Organisationen?
Man sagt in jüdischen Kreisen immer, wir seien die Verantwortungsträger von morgen. Aber wir sind doch schon jetzt in der Verantwortung, wir zeigen doch schon heute Führungsstärke, sowohl innerhalb der jüdischen Gemeinschaft als auch nach außen! Besser verzahnt mit anderen Gruppen, als die EUJS es ist, kann man nicht sein. Wir sind Teil eines Netzwerks junger Menschen. Dort verteidigen wir vor allem das, was uns Juden wichtig ist. Und das heißt, die Welt um uns herum zu verbessern. Ein konkretes Beispiel: Wir engagieren uns im Dialog mit Muslimen und im Kampf für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. Wir arbeiten eng zusammen mit dem Europarat, der EU sowie dem Europäischen Jugendforum.

Wenn Sie eine Kristallkugel hätten und 40 Jahre vorausschauen könnten – wo wird die EUJS im Jahr 2058 stehen?
Bei unserer Feier am Sonntag hat einer meiner Vorgänger flapsig gesagt, dass wir unsere Summer University bald nur noch in Finnland abhalten können, weil es anderswo wegen des Klimawandels wohl zu warm sein wird. Aber im Ernst: Ich bin fest davon überzeugt, dass es in 40 Jahren noch mehr selbstbewusste jüdische Studierende und Aktivisten in Europa geben wird, die sich nicht nur dem Antisemitismus entgegenstellen, sondern auch für den Umweltschutz eintreten.

Mit der Präsidentin der European Union of Jewish Students sprach Michael Thaidigsmann.

Marokko

Hoffen in Casablanca

Die kleine jüdische Gemeinde blickt auf eine große Tradition – und verspricht sich vom Frieden mit Israel, stark zu wachsen

von Jérôme Lombard  17.01.2021

Wolf Blitzer

»Ich bin froh, dass meine Eltern das nicht mehr sehen müssen«

Der CNN-Moderator ist Sohn von Schoa-Überlebenden - der Sturm auf das Kapitol macht ihn fassungslos

 15.01.2021

Kanada

Angriff auf Synagoge in Kanada: Hakenkreuze und ein Benzinkanister

Ein 28-jähriger Mann wurde wegen Vandalismus an einer Synagoge in einem Vorort von Montreal verhaftet

 15.01.2021

Washington

Nackter Hass auf stolzer Brust

Jüdische Organisationen in den USA fordern ein Einschreiten der Betreiber von Internet-Marktplätzen gegen Antisemitismus

 14.01.2021

USA

Sorge um die Sicherheit

Nach dem Sturm aufs Kapitol: Wie jüdische Gemeinden und Organisationen reagieren

von Daniel Killy  14.01.2021

Skandinavien

»Fremde Rassen deportieren«

Wie die Neonazibewegung »Nordisk Motståndsrörelse« die jüdischen Gemeinden in Nordeuropa terrorisiert

von Elke Wittich  14.01.2021

USA

Vom Zeitungsjungen zum Multimilliardär

Der Casino- und Hotel-Tycoon Sheldon Adelson ist im Alter von 87 Jahren gestorben

von Michael Thaidigsmann  12.01.2021

Kanada

YidLife Crisis

Zwei Comedians essen sich durch das jüdische Montreal

von Gerd Braune  12.01.2021

Kanada

Nasenspray gegen Covid

Biotech-Unternehmen entwickelt Stickoxid-Lösung, die 99,9 Prozent der Coronaviren abtötet

 11.01.2021