Zwei Aktivisten der linkspopulistischen und israelfeindlichen Bewegung »La France insoumise« (LFI) haben Medienberichten zufolge in Paris eine jüdische Rentnerin schwer beleidigt und ihr Gewalt angedroht.
Nach Informationen des französischen Radiosenders »Europe 1« ereignete sich der Vorfall am Sonntagnachmittag im 19. Bezirk der Hauptstadt. Mindestens zwei Aktivisten sollen demnach in einem Wohnhaus von Tür zu Tür gegangen sein, um für die Wahl der LFI zu werben. Im März finden in Frankreich Kommunalwahlen statt. In Paris geht es dabei auch um das Amt des Bürgermeisters.
In einem Wohnhaus hätten die Männer auch an der Tür eines Apartments der Frau geklopft, an der eine Mesusa hängt. Nachdem sie sich als Unterstützer der LFI-Kandidatin Sophia Chikirou für das Pariser Rathaus vorgestellt hatten, habe die Bewohnerin ihnen erklärt, dass sie wegen einer Verletzung am Steißbein die Tür nicht öffnen könne.
Daraufhin sollen die beiden Männer die Frau beleidigt und bedroht haben. »Dreckige Jüdin, wir kommen wieder«, sollen sie ihr zugerufen haben, bevor den Ort verließen. Die Frau alarmierte anschließend die Polizei. Sie überlegt nun, Anzeige zu erstatten. Die Bilder einer Überwachungskamera werden derzeit ausgewertet, um die Männer zu identifizieren.
Die von ehemaligen sozialistischen Minister Jean-Luc Mélenchon gegründete Partei – die Lettern LFI stehen für »Unbeugsames Frankreich«, macht immer wieder mit Antisemitismus und Schmähkritik gegen Israel von sich reden. Ihr gehört auch die Europaabgeordnete Rima Hassan an. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte vergangene Woche, die LFI sei eine »linksextreme Partei«. Mit ihren Positionen, insbesondere zum Antisemitismus, verstoße sie gegen die »Grundprinzipien der Republik«, erklärte er.
Sophia Chikirou, die im März die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo ablösen will, wies Macrons Aussagen zurück. Es es in der DNA ihrer Partei, dass man antirassistisch sei. LFI könne daher nicht antisemitisch sein. mth