Justiz

Shurat HaDin verklagt Facebook

Foto: dpa

Das soziale Netzwerk Facebook wird vom sogenannten Shurat HaDin-Israel Law Center auf eine Milliarde Dollar verklagt. Das bestätigte Nitsana Darshan-Leitner, die Leiterin von Shurat HaDin, am Montagnachmittag der Jüdischen Allgemeinen.

Im Namen von fünf Familien, die zwischen Juli 2014 und März 2016 Angehörige bei Terroranschlägen verloren haben, sei beim US District Court for the Southern District of New York Klage eingereicht worden.

Terrorattacken »Wir klagen, weil Facebook denkt, das Unternehmen sei immun und müsse die Anstiftung zu Hass, die über seine Seiten laufe, nicht beachten. Schließlich wird Facebook als Plattform genutzt, um zum Beispiel auch Nachrichten zu senden.« Facebook müsse sich im Klaren darüber sein, dass es damit auch haftbar sei für Terrorattacken in Israel, sagte Darshan-Leitner.

Einer der Kläger, in dessen Namen Shurat HaDin agiert, ist Micah Lakin Avni, dessen 76-jähriger Vater Richard im Oktober 2015 bei einem Terroranschlag in Jerusalem ermordet wurde. »Ich finde, dass Facebook – wie die sozialen Medien generell – zu einer Plattform geworden ist, über die Terror verbreitet wird. Sie gestattet Terrororganisationen, zum Hass anzustiften und somit den Terror in der Welt zu verbreiten.«

Facebook sei eine Art virtueller Kontinent, in dem die Nutzer regelmäßig miteinander kommunizieren. Nur gebe es dort keine Gesetze, denn Terrororganisationen wie die Hamas hätten sich in den vergangenen Jahren in dem sozialen Netzwerk ausbreiten können. »Es wird Zeit, dass Facebook seine Verantwortung wahrnimmt.« Lakin Avni hoffe, dass diese Klage auch Druck auf das soziale Netzwerk ausübe.

Brief Lakin Avni, der bereits einen Kommentar in der New York Times über Facebook und dessen Verantwortung veröffentlicht hat, habe Mark Zuckerberg vor etwa acht Monaten einen ausführlichen Brief geschrieben. »Zuckerberg reagiert zwar öffentlich jeden Tag auf Hunderte von Nachrichten, aber mir hat er nicht geantwortet«, sagt Lakin Avni.

Er verstehe nicht, warum das soziale Netzwerk zwar in der Lage sei, Beschwerden von Werbekunden über Kinderpornografie ernst zu nehmen und entsprechende Inhalte binnen einer Woche zu löschen, bei Anstiftungen zu Hass und Terror aber nicht reagiere. »Die technischen Voraussetzungen scheinen vorhanden zu sein«, so Lakin Avni.

Die Organisation Shurat HaDin, die schon im Oktober 2015 eine Sammelklage von 20.000 Israelis gegen Facebook eingereicht hatte, warf dem sozialen Netzwerk schon damals vor, es ignoriere weit verbreitete Posts von Palästinensern, die zur Gewalt gegen Juden aufrufen.

Niederlande

Geschirrhersteller nimmt Schale mit lächelnder Anne Frank aus Verkauf

Die Serie »Holländischer Ruhm« habe positive Erinnerungen an niederländische Szenen und Helden wecken sollen

 05.12.2022

Polen

Zum Kaffee ins Bethaus

Ein fotografischer Streifzug durch Kazimierz, das einstige jüdische Viertel von Krakau

von Benyamin Reich  04.12.2022

Antisemitismus

Twitter sperrt Kanye West erneut – Musk: »Habe mein Bestes versucht«

Auch Ex-Präsident Donald Trump gerät wegen seiner Verbindungen zu dem Rapper immer mehr in die Kritik

 02.12.2022

Peru

Von den Anden ins Heilige Land

Ein neues Buch beschreibt, wie eine Gruppe indigener Peruaner das Judentum für sich entdeckte und nach Israel auswanderte

von Ralf Balke  01.12.2022

Ukraine

Winter im Krieg

Die jüdische Gemeinde ist unter den Helfern ein wichtiger Akteur, denn es fehlt an allem

von Vyacheslav Likhachev  01.12.2022

Flugverkehr

Lufthansa entschädigt jüdische Passagiere

Die Airline hatte im Mai 128 jüdische Fluggäste in Frankfurt kollektiv vom Weiterflug nach Budapest ausgeschlossen

von Michael Thaidigsmann  30.11.2022

USA

McConnell: Kein Platz für Antisemitismus bei Republikanern

Nach einem Abendessen mit Kanye West und einem Rechtsextremen nimmt die Kritik an Ex-Präsident Donald Trump zu

 30.11.2022

Österreich

Wiener IKG wählt neuen Vorstand

Liste von Präsident Oskar Deutsch bestätigt

 28.11.2022

Niederlande

Erster Mann in Oostzaan

Marvin Polak war früher Pilot. Heute ist er der einzige jüdische Bürgermeister im Land

von Tobias Müller  28.11.2022