London

Protest gegen »PalExpo«

BDS-Kundgebung in London (2018) Foto: dpa

Sie werben stolz – und gänzlich unverhohlen: Die »PalExpo« sei der größte Event für »Palästina-Freunde« in Europa, heißt es auf der Website der Veranstalter. Bei der zweitägigen Veranstaltung am 6. und 7. Juli in Londons ehrwürdigem Veranstaltungsort Olympia im Stadtteil Hammersmith ist die Crème de la Crème der BDS-Bewegung vertreten.

Organisiert wird die Leistungsschau der Israelhasser von der Gruppe »Friends of Al Aqsa«. Deren Ziel ist ganz schlicht für »die internationale Verurteilung Israels wegen dessen Apartheidpolitik zu sorgen«, indem man boykottiert, diffamiert und mobilisiert. Zumindest Letzteres hat bei der ersten sogenannten PalExpo bestens geklappt. 15.000 Menschen kamen 2017 zusammen.

Hetze Der Chef der »Friends of Al Aqsa«, Ismael Patel, ist ein enger Verbündeter der Hamas. Seine Arbeit für die Terrororganisation manifestierte sich auch im Vorsitz Patels in der »British Muslim Initiative«, dem politischen Arm der Hamas in Großbritannien. Auf der als harmlosem Völkerfreundschafts-Basar verkauften Veranstaltung finden sich neben den üblichen BDS-Hetzreden so unterhaltsame »interaktive Installationen« wie »Kinderhäftlinge: Guck mal, wie ein Kinderzimmer aussieht, nachdem israelische Truppen die Kids bei einer nächtlichen Razzia verhaftet haben«.

All diese pädagogisch wertvollen Aktivitäten richten sich explizit an den begabten Judenhasser-Nachwuchs. Im Olympia soll also nicht nur hasserfüllt gepredigt, sondern gleichsam spielerisch gehetzt werden.

Bayern Das 1886 eröffnete »Olympia« ist seit 2017 im Besitz von vier Unternehmen. Bis auf das britische Private-Equity-Unternehmen Yoo sind alle deutsch. Die »DF Deutsche Finance Holding AG« führt zusammen mit Yoo das Konsortium. Weitere Beteiligte sind die milliardenschweren Bayerische Versorgungskammer (BVK) und die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt. Es handelt sich um zwei staatliche Organisationen.

Die Bundestagsentschließung vom 17. Mai 2019 in Sachen BDS war deutlich. Darin beschlossen die Parlamentarier, »Räumlichkeiten und Einrichtungen, die unter Bundestagsverwaltung stehen, keinen Organisationen, die sich antisemitisch äußern oder das Existenzrecht Israels in Frage stellen, zur Verfügung zu stellen« und »Länder, Städte und Gemeinden und alle öffentlichen Akteurinnen und Akteure dazu aufzurufen, sich dieser Haltung anzuschließen«.

Verstoss Milliardenschwere deutsche Staatsunternehmungen wie auch private Aktiengesellschaften, die international investieren und spekulieren, dürfen durchaus als »öffentliche Akteure« bezeichnet werden. Folglich verstoßen die drei deutschen »Olympia«-Teilhaber nicht nur gegen einen fraktionsübergreifenden Parlamentsbeschluss, sondern zudem noch gegen die immer weiter verbreitete Übereinkunft, BDS-Veranstaltungen keinen Platz einzuräumen.

Die britische Anwaltsvereinigung »UK-Lawyers for Israel« hat mit Hilfe des Hamburger Rechtsanwalts Eugen Balin die drei deutschen Unternehmen angeschrieben und ausführlich über die Mieter ihrer Immobilie informiert (die Schreiben liegen der Redaktion vor). Eine Antwort blieb bisher aus.

Holocaust-Gedenktag

»Mama, wo sind all die Menschen?«

Tova Friedman sprach im Deutschen Bundestag über ihre Deportation nach Auschwitz, das Grauen im KZ und darüber, was das Überleben mit ihr gemacht hat. Wir dokumentieren ihre Rede

von Tova Friedman  28.01.2026

Gespräch

»Israel ist stark und schützt uns«

Heute wird sie im Bundestag die Rede zum Holocaust-Gedenktag halten. Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron Goodman spricht Tova Friedman im Interview über ihre Sicht auf Deutschland - und ihre Aktivitäten auf TikTok

von Michael Thaidigsmann  28.01.2026

Sydney

Australien verweigert jüdischem Islamgegner die Einreise

Australien hat in der vergangenen Woche seine Gesetze gegen Hassverbrechen verschärft. Ein jüdischer Influencer, der ein »Islamverbot« fordert, darf das Land nicht betreten

 27.01.2026

Studien

Trauma, Resilienz und Lebenswille: Warum manche Schoa-Überlebende so alt werden

Die Forschung ist einem bemerkenswerten Phänomen auf der Spur: Viele Überlebende des Holocausts werden auffallend alt

 27.01.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  26.01.2026

Europäische Rabbinerkonferenz

»Israel ist unverzichtbar für unseren Zusammenhalt«

Der Dachverband orthodoxer Rabbiner in Europa wird in diesem Jahr 70 - zu seiner 33. Generalversammlung in Jerusalem werden rund 400 Teilnehmer erwartet

 26.01.2026

Spanien

Grabschändung in Barcelona - Bürgermeister verurteilt die Tat

Die Stadt und das israelische Außenministerium reagieren mit scharfer Kritik

 25.01.2026

Georgien

Zwischen Tel Aviv und Tiflis

In Israel geboren, kaukasische Wurzeln und in Mailand entdeckt: Tammy Aligo ist als Top-Model überall zu Hause

von Mikheil Khachidze  25.01.2026

USA

Ein Stück Heimat

1943 gründeten Flüchtlinge aus Europa einen Stammtisch in New York. Mehr als acht Jahrzehnte war er eine Institution. Mit dem Tod einer der letzten Überlebenden aus dieser Zeit endet eine Ära

von Heidi Friedrich  22.01.2026