Frankreich

Mutmaßliche Komplizen verhaftet

Französische Sicherheitsbehörden haben zu Beginn dieser Woche drei Männer festgenommen, die Mohamed Merah bei seinem Amoklauf im März 2012 in der südfranzösischen Stadt Toulouse geholfen haben sollen. Der 24-jährige Merah hatte insgesamt sieben Menschen erschossen – darunter drei Kinder der jüdischen Schule Ozar Hatorah und einen Hebräischlehrer.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, Merah bei der Planung und Ausführung seiner Taten unterstützt zu haben. Zwei der mutmaßlichen Terroristen seien am Dienstag in Gewahrsam genommen worden, teilte eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft mit. Der dritte Verdächtige habe sich zum Zeitpunkt seiner Verhaftung am Mittwoch in der Nähe des Stadtteils aufgehalten, in dem Mohamed Merah seine Kindheit verbracht hat.

Festnahme Darüber hinaus liegen bislang keine weiteren Angaben zu den Festgenommenen vor. An der Verhaftung der mutmaßlichen Komplizen in Toulouse sei eine Antiterroreinheit beteiligt gewesen, hieß es aus Polizeikreisen. In den vergangenen Monaten waren im Zuge der Ermittlungen bereits sieben mögliche Mittäter festgenommen worden. Sie sollen Merah logistisch unterstützt haben, waren aber aus Mangel an Beweisen nach kurzer Zeit wieder freigelassen worden.

Die Polizei geht davon aus, dass der mutmaßliche Islamist Mohamed Merah entgegen erster Erkenntnisse bei der Planung und Ausführung seiner Taten von Helfern unterstützt wurde. Bislang wurde nur gegen den Bruder des Attentäters, Abdelkader Merah, ein Ermittlungsverfahren wegen Komplizenschaft eingeleitet. ja

Fußball

Als Bayern gegen Prag verlor

Vor 125 Jahren traf der FC Bayern bei seinem ersten Auslandsspiel auf den legendären DFC Prag – und unterlag 0:8. Nach dessen Auflösung 1938 geriet der jüdische Verein fast in Vergessenheit, doch seit einigen Jahren wird er von Enthusiasten wiederbelebt

von Kilian Kirchgeßner  11.01.2026

Armenien

Offene Arme in Jerewan

Juden finden in einer der ältesten Städte der Welt Sicherheit und Gemeinschaft. Ein Ortsbesuch

von Stephan Pramme  11.01.2026

Sport

»Absoluter Holocaust«: Fußball-Kommentator sorgt für Eklat

Der Ex-Torwart Shay Given hat die Amtszeit des Trainers Wilfried Nancy bei Celtic Glasgow mit dem industriellen Massenmord der Nationalsozialisten verglichen

 11.01.2026

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026

Los Angeles

Sega-Mitgründer David Rosen im Alter von 95 Jahren gestorben

Der Unternehmer aus New York ging in den 1950ern nach Japan und importierte Fotoautomaten. Später folgten Flipper-Automaten und Jukeboxen

 08.01.2026

Meinung

Instrumentalisiertes Leid kennt keine Moral

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana braucht es Mitgefühl und Respekt. Wer eine lokale Tragödie von existenzieller persönlicher Wucht für politische Deutungen missbraucht, handelt zynisch – und entwürdigt die Betroffenen.

von Nicole Dreyfus  08.01.2026

Interview

»Die ICZ gehört zu mir – und ich gehöre zu ihr«

Sie will Brücken bauen, ohne den Rahmen zu sprengen. Die neu gewählte ICZ-Präsidentin Noëmi van Gelder spricht über Tradition und Offenheit, über Sicherheit in bewegten Zeiten – und darüber, wie jüdisches Leben in Zürich sichtbar, stark und gemeinschaftlich bleiben kann

von Nicole Dreyfus  08.01.2026

Jerusalem

Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine wollte Selenskyj in Yad Vashem sprechen. Aber durfte nicht. Der Gedenkstätten-Vorsitzende nennt nun dafür klare Gründe

 07.01.2026