Marseille

Messerangreifer im Gefängnis

Schutz vor einer Synagoge in Marseille Foto: dpa

Der junge Mann, der am 24. Oktober vor einer Synagoge in Marseille einen Rabbiner, dessen 19-jährigen Sohn und einen weiteren Beter durch einen Messerangriff verletzt hat, sitzt inzwischen im Gefängnis.

Die Zeitung »Le Figaro« hatte berichtet, der mutmaßliche Täter gelte als »psychisch auffällig« und sei daher nicht oder nur vermindert schuldfähig. Wie Medien später meldeten, erklärte die Mutter des Angreifers den Ermittlungsbehörden, ihr Sohn gebe nur vor, psychisch gestört zu sein.

Der junge Mann hatte einem der Opfer mit einem Messer mehrmals in den Bauch gestoßen. Der Angegriffene sei ernsthaft, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden.

Beleidigung Der Täter soll seine Opfer antisemitisch beleidigt haben und zum Zeitpunkt der Attacke betrunken gewesen sein. Wie der angegriffene Rabbiner Acher Amoyal der Zeitung »Actualite Juive« sagte, hörte er den Täter Worte sagen, die ihn an »Allah ist der Größte« erinnerten.

In Marseille leben 80.000 Juden. Die Stadt hat damit die zweigrößte jüdische Gemeinde Frankreichs. ja

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  11.05.2026

Runder Geburtstag

Meister der Linien: Architekt Daniel Libeskind wird 80

Er hat weltberühmte Gebäude entworfen – aber noch nie eines für sich selbst. Für den Architekten ist das gar kein Widerspruch, denn ihn interessiert ja etwas anderes

von Julia Kilian  11.05.2026

New York

Familie orthodoxer Jugendlicher verklagt Uber nach mutmaßlicher Vergewaltigung

Ein Uber-Taxichauffeur soll das minderjährige Opfer transportiert und damit gegen Regeln verstoßen haben, bevor es zu dem Sexualverbrechen kam

 11.05.2026

London

Mann nach antisemitischem Angriff angeklagt

Der 34-Jährige soll in Enfield mehrere Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft bedroht, beleidigt und attackiert haben

 11.05.2026

London

Tausende demonstrieren gegen Judenhass

Die Kundgebung nahe der Downing Street fand vor dem Hintergrund einer Serie antisemitischer Vorfälle und Angriffe in Großbritannien statt

 11.05.2026

New York

Abe Foxman gestorben

Der Holocaust-Überlebende und frühere ADL-Chef galt über Jahrzehnte als eine der bekanntesten Stimmen im Kampf gegen Judenhass in den USA

 11.05.2026

Kanada

B’nai Brith: »Jüdische Kanadier werden terrorisiert«

Kanada erlebt eine Serie antisemitischer Gewalttaten. Laut einer jüdischen Organisation ist das Jahr 2026 für die Gemeinschaft bereits jetzt das gewalttätigste in ihrer jüngeren Geschichte

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Berlin

Daniel Libeskind warnt vor Judenhass und AfD-Erfolgen

In einem Interview kritisiert der Architekt die israelische Regierung und äußert Sorgen in Zusammenhang mit dem Erstarken der AfD in der Bundesrepublik. Auch spricht er über jüdische Identität

 08.05.2026