Paris

Konkrete Schritte gefordert

Foto: dpa

Nach den Terroranschlägen von Paris, denen insgesamt 17 Menschen zum Opfer fielen, hat die Conference of European Rabbis (CER) am Dienstag ein Manifest gegen religiösen Extremismus verabschiedet.

In den verschiedenen Selbstverpflichtungen, zu denen Europas Religionsgemeinschaften in dem Text aufgerufen werden, ist unter anderem eine formelle Ausbildung und Bezahlung religiöser Führungspersönlichkeiten innerhalb Europas sowie eine Kontrolle von Spendengeldern enthalten.

Reine Lippenbekenntnisse seien in der jetzigen Situation nicht hilfreich, erklärten die Rabbiner: »Plattitüden und Statements, in denen sich Mainstream-Glaubensgemeinschaften in starken Worten von terroristischen Akten distanzieren, sind total unangebracht. Dieses Problem bedarf handfester und nachvollziehbarer Maßnahmen und einer ehrlichen Evaluation der Fortschritte.«

Interreligiös Das Manifest ist nach Angaben der orthodoxen Rabbinerkonferenz, die Büros in Israel, Paris, Brüssel und Moskau unterhält, in Abstimmung mit hochrangigen christlichen und muslimischen Führungspersönlichkeiten in Europa entstanden. Es fordert unter anderem eine offizielle Offenlegung von Spenden über 5000 Dollar an europäische Institutionen und eine Überwachung aller Spenden aus dem Ausland, damit sichergestellt werden könne, dass islamistische Gruppen wie etwa die Muslimbrüder nicht an Einfluss auf Religionsgemeinschaften in Europa gewinnen.

Außerdem sollten alle religiösen Gruppierungen in den einzelnen europäischen Ländern in nationalen Registern erfasst werden, forderten die Rabbiner weiter. Zudem solle jede Religionsgemeinschaft einen Extremismus-Präventionsbeauftragten ernennen. Ferner schlägt die CER die Schaffung einer interkonfessionellen Institution für einen religiösen Diskurs über Extremismus vor.

»Niemand versteht die Stärken, die Schwächen und die Widersinnigkeiten einer Glaubensgemeinschaft besser als ihre hingebungsvollen Anhänger. Sie sind daher in der einzigartigen Situation, eine bedeutsame Änderung herbeiführen zu können, und müssen sich ihrer Verantwortung auf diesem Gebiet stellen«, schrieben die Rabbiner weiter in ihrem Manifest.

Nachruf

Louise Lasser, die Frau, die Mary Hartman erfand, ist tot

Die Schauspielerin vertrat Barbra Streisand auf dem Broadway und war mit Woody Allen verheiratet. Sie wurde 87 Jahre alt

 08.07.2026

50 Jahre in Deutschland

»Die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt«

Was ist typisch deutsch, was typisch amerikanisch? Holly-Jane Rahlens kennt sich mit beiden Nationen aus. Die Autorin lebt seit mehr als 50 Jahren in Berlin

von Nina Schmedding  08.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Spanien

Bericht: Jüdische Touristen von Menschenmenge verfolgt

Erneut ist es in Barcelona zu einem antisemitischen Vorfall gekommen: Zwei jüdische Touristen wurden eigenen Aussagen zufolge von mehreren Menschen verfolgt, bespuckt und beleidigt

 07.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Ungarn

Ein Löffel Paprika, eine Prise Identität

Lili Lantos präsentiert auf Instagram ihr digitales Kochbuch mit jüdischen Familienrezepten. Dabei schafft sie Nähe, ohne viele Worte zu verlieren

von Nicole Dreyfus  05.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026