EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Österreich

Jüdischer Teenager zusammengeschlagen

Die Synagoge in Graz Foto: dpa

In Graz, der Hauptstadt der Steiermark, wurde vergangene Woche ein Schüler von zwei Jugendlichen auf offener Straße antisemitisch beleidigt und anschließend so schwer verprügelt, dass er Hämatome und Platzwunden im Gesicht erlitt und im Krankenhaus versorgt werden musste. Die Identität der Täter ist bislang unklar.

Der Judenhass in der Stadt habe »ein neues Ausmaß erreicht«, teilte die örtliche jüdische Gemeinde nach dem Vorfall mit.

DAVIDSTERN Die beiden laut Beschreibungen des Opfers ungefähr gleichaltrigen Jugendlichen seien auf den 16-Jährigen zugegangen, hätten ihn auf seinen Ring mit einem Davidstern angesprochen und gefragt, ob er Jude sei. Als er diese Frage bejahte, hätten ihn die Angreifer aufgefordert, sich zu »verpissen«.

Anschließend schlugen die beiden jungen Männer mehrmals zu und beleidigten ihr Opfer als »Scheißjuden«, so die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Nach den Tätern wird gefahndet.

»Leider ist Graz kein Einzelfall«, erklärte Gemeindepräsident Elie Rosen. Es werde in der Gesellschaft viel zu sehr beschwichtigt, was den Hass auf Juden angehe. Kaum ein Politiker habe sich zu dem Angriff am vergangenen Mittwoch geäußert.

Solidaritätsbekundungen habe er nur von einer einzigen Religionsgemeinschaft erhalten, sagte Rosen der Jüdischen Allgemeinen. Es werde in Graz und anderswo in Österreich zwar gerne abstrakt über Antisemitismus geredet, aber bei konkreten Vorfällen fehle es an Anteilnahme.

UMFELD Die Jüdische Gemeinde Graz hat rund 150 Mitglieder und ist damit die zweitgrößte Österreichs nach Wien. »Es lebt sich eigentlich gut hier,« meint Rosen. Das Umfeld sei aber für Juden nicht immer leicht, und das jüdische Leben in der 300.000-Einwohner-Stadt sei eher auf sich selbst bezogen.

Man habe auch viel mit Israel-bezogenem Antisemitismus zu kämpfen. Vergangenen November hatte der Grazer Gemeinderat mit den Stimmen aller Fraktionen einen Beschluss gefasst, mit dem jegliche finanzielle Unterstützung der Anti-Israel-Kampagne durch die öffentliche Hand untersagt wird.

Die Stadtverwaltung soll dem Beschluss zufolge Organisationen, die zum Boykott Israels aufrufen, auch keine öffentlichen Räume mehr für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Der Beschluss sei richtig, er müsse aber auch konsequent umgesetzt werden, so Rosen. Damit hapere es noch ab und an.

Showbiz

Noah Wyle ist der »Sexiest Man Alive«, meint das »People«-Magazin

Der »The Pitt«-Star darf sich über den Titel freuen, der einst auch Harrison Ford schmückte. Seine Kinder sticheln schon, sagt Wyle

 28.10.2026

Medien

»Jüdin« auf der Stirn

Die entlassene Produzentin Lucie Kon erhält fast 500.000 Euro von der BBC nach Antisemitismus-Vorwürfen. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde ihre Arbeit beim öffentlich-rechtlichen Sender unerträglich

von Jamie Shapiro  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Island

Wo die Mikwe eine heiße Quelle war

Seit diesem Jahr hat der Inselstaat erstmals ein jüdisches Gemeindezentrum. Juden spielten in der Geschichte des Landes allerdings eine wichtigere Rolle als bisher bekannt

von Elke Wittich  26.10.2026

Miami

Bei den koscheren Panthern

Seit 2015 gibt es an der Florida International University die jüdische Studierendenorganisation »Hillel«. Zu Besuch an einem Nachmittag im Oktober

von Katrin Richter  26.10.2026

USA

Schalom, Sydney?

Gossip-Alarm! Angeblich will Schauspielerin Sydney Sweeney Musik-Mogul Scooter Braun heiraten. Und dafür konvertieren

von Sophie Albers Ben Chamo  25.10.2026

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026