Diplomatie

»Entsetzen« über Israels Beobachterstatus in Afrikanischer Union

In Afrika zeichnet sich nach der Aufnahme Israels als »Beobachter« in die Afrikanische Union (AU) massive Proteste und Widerstände ab. Südafrikas Regierung zeigte sich am Mittwoch »entsetzt« über den »ungerechtfertigten« Schritt.

Dieser komme in einem Jahr, in dem Palästinenser unter angeblichen »Bombardierungen und anhaltenden illegalen Besiedlungen« litten, hieß es vom Außenministerium in Pretoria: »In diesem Kontext ist die Entscheidung der AU-Kommission unbegreiflich.«

Zuletzt sorgten vor allem in Südafrika und für dessen jüdische Minderheit diplomatische Spannungen für Unmut.

Vorige Woche gewährte der Staatenbund mit Sitz in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba Israel einen »Beobachterstatus«. Israelische Vertreter sprachen von einem »Tag der Freude«. Allerdings bekundeten neben Südafrika auch andere afrikanische Länder, darunter Algerien, Protest, wie der südafrikanische Staatsfunk SABC berichtet. Die Beziehungen zwischen mehreren Ländern des Kontinents und Israel gelten seit Langem als angespannt.

Zuletzt sorgten vor allem in Südafrika und für dessen jüdische Minderheit diplomatische Spannungen für Unmut. Südafrikas Regierung pflegt eine historische Freundschaft zur Vertretung der Palästinensischen Autonomiegebiete. Seit Jahresbeginn kam es in den Städten des Schwellenstaats wiederholt zu Demonstrationen von Israel-Gegnern und -Befürwortern. Viele südafrikanische Juden warnen vor dem wachsendem Antisemitismus im Land, der häufig auch mit der Befürwortung der israelfeindlichen BDS-Bewegung einhergeht. kna/ja

Nachruf

Dirigent Michael Tilson Thomas mit 81 Jahren gestorben

Als Chefdirigent der San Francisco Symphony wurde er berühmt. Doch er arbeitete mit Orchestern in aller Welt. Nun ist der Musiker mit 81 Jahren gestorben

 24.04.2026

Österreich

Der geneigte Antisemit

In Wien soll das Denkmal des einstigen Bürgermeisters Karl Lueger um 3,5 Grad gekippt werden. Die jüdische Gemeinde sähe die Bronzestatue lieber im Museum. Ein Ortsbesuch

von Tobias Kühn  24.04.2026

Tschernobyl

Damals in Tschernobyl

Im März 1987 arbeitete unser Autor zwei Wochen lang im havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine persönlicher Bericht über die Zeit in der Sperrzone und wie es danach weitergeht

von Vitalii Miasnikov  24.04.2026

Sowjetunion

Der Schatten von Tschernobyl

Auch 40 Jahre nach der Katastrophe beschäftigt das Reaktorunglück die Menschen. Unseren Autor begleitet sie seit der Kindheit. Persönliche Erinnerungen und ein politischer Blick zurück

von Alexander Friedman  24.04.2026

USA

Recht auf Restitution

Ende April sollte der Anspruch auf Rückerlangung von in der Nazizeit gestohlener Kunst auslaufen. Per Gesetz wurde er nun entfristet

von Sophie Albers Ben Chamo  23.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat Rebeca Grynspan?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

London

Weitere Festnahmen nach Anschlägen auf jüdische Gemeinde

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Nun meldet die Anti-Terror-Einheit der Polizei erneut Festnahmen

 21.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Kamele an der Limmat oder wie Zürich mit Tradition umgeht

von Nicole Dreyfus  20.04.2026

Besuch

Milei ist in Israel, um die Botschaft in Jerusalem zu eröffnen

Der argentinische Präsident gilt als enger Verbündeter des jüdischen Staates, es ist sein dritter Besuch binnen zwei Jahren

 19.04.2026