Glosse

Der Rest der Welt

DIE Szene aus »When Harry Met Sally« Foto: picture alliance / COLLECTION CHRISTOPHEL NZ

Mayonnaise ist fettig, farblos und geschmacklich – na ja, seien wir ehrlich – jetzt nicht so überzeugend. Egal, ob es die selbstgemachte ist, die aus dem Plastikbecher oder eine aus der Flasche. Diese seltsam süß-saure Schmiere tut nichts für ein gelungenes Essen. Nichts.

Sie hilft allerdings auch keinem Skript, das auf einem der vielleicht lustigsten, coolsten und romantischsten Filme der vergangenen Dekaden beruht. Ich spreche von dem kürzlich veröffentlichten Werbespot für die amerikanische Mayonnaise-Marke Hellmannʼs, der auf DER Szene aus When Harry Met Sally beruht.

Wie aufgeregt waren die Mitarbeiterinnen (es waren wirklich nur Frauen, die das, was jetzt gleich kommt, toll fanden) jenseits der 40 dieser Redaktion, als es kürzlich in einem Post von Billy Crystal und Meg Ryan hieß, dass sie etwas Ikonisches wiederbeleben werden. Kreisch! Endlich! Vielleicht gäbe es ja einen zweiten Teil? Vielleicht eine Mini-Serie? Vielleicht eine Doku? Schnappatmung. Vielleicht – und dann wurde es auch schon irgendwie etwas gedämpfter – nur einen Werbespot? How soon is now?, fragten wir uns.

Es war ein Werbespot, ein beknackter Werbespot. Und obendrein kein lustiger!

Es muss am Freitag danach gewesen sein, als ich in meinem Instagram-Feed ein Video sah, in dem Crystal und Ryan am Tisch saßen und irgendetwas redeten. Oh, ein Ausschnitt, dachte ich, machte den Ton an. Doch was ich da sah, lag schwerer im Magen als ein Nudelsalat mit Mischgemüse aus der Dose und Mayonnaise.

Es war ein Werbespot, ein beknackter Werbespot. Und obendrein kein lustiger! Es war einfach nur die Szene bei »Katzʼs Delicatessen«, mit ein paar Kichersätzen und Anspielungen, und sie versucht nun, ihm lautmalerisch zu verstehen zu geben, wie lecker diese Mayo ist. Gähn. Wie flach, farblos und überhaupt nicht komisch. Erwartbarer Ausverkauf dieser einen Szene. Ich möchte übertreibend ergänzen: des ganzen Films!
Die Sesamstraße-Version der bekannten Szene im New Yorker Deli mit dem Krümelmonster war wolkenkratzerhoch besser als dieser fettige Werbespot. Die Parodie der Muppets mit Miss Piggy und Billy Crystal war fast sogar noch besser als das Original. Dieser Werbespot hingegen war einfach nur doof. Wie Mayo halt.

Vor Jahren sagte Crystal in einer Folge von The Graham Norton Show, dass sie schon öfter über eine Fortsetzung des Films nachgedacht hätten, aber alle fanden damals, dass es mit Nora Ephron, die das Buch geschrieben hatte, Rob Reiner, der den Film gedreht hatte, und der Geschichte des Filmpaares, dass es also damit irgendwie getan sei. Wie recht er doch hatte.

Adam Edelman und Menachem Chen traten am Montag im Zweierbob für Israel an den Olympischen Winterspielen an.

Meinung

Eklat im Schweizer öffentlich-rechtlichen: Das RTS und der Israelhass

Der eigentliche Skandal ist die Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Senders. Eine Rundfunkanstalt sollte ihre publizistischen Leitlinien immer einhalten und auch bei Israel keine Ausnahme machen.

von Nicole Dreyfus  17.02.2026

Antisemitismus

In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet

In dem kleinen Fürstentum in den Pyrenäen wurde beim Karneval einer Puppe mit Davidstern der Prozess gemacht - die jüdische Gemeinschaft ist empört

 17.02.2026

Der israelische Bobfahrer Adam Edelman nimmt die Hasstiraden gegen seine Person gelassen und will sich auf den Wettkampf konzentieren.

Olympische Winterspiele

Sender verteidigt »Genozid«-Kommentar, nimmt ihn aber offline

Die politischen Einordnungen eines Schweizer TV-Kommentators bei der Abfahrt des israelischen Bobfahrers Adam Edelman sorgen für Debatten. Der Sender verteidigt sich, der Sportler sieht es gelassen

 17.02.2026

Brüssel

Streit um Beschneider: US-Botschafter nennt Belgien »antisemitisch«

In mehreren X-Posts griff Bill White die belgische Regierung scharf an, die wiederum sich die Einmischung verbat. Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen drei Mohelim in Antwerpen

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026

Boston

Dokumentarfilm-Pionier Frederick Wiseman gestorben

»Dokumentarfilme sind wie Theaterstücke, Romane oder Gedichte – sie haben keine messbare soziale Nützlichkeit«, sagte der Verstorbene einst. Er wurde 96 Jahre alt

 17.02.2026

Österreich

Wiener Oberrabbiner wandert nach Israel aus

Sechs Jahre leitete der gebürtige Schweizer Engelmayer mit einer internationalen Berufsbiografie die jüdische Gemeinde in Wien. Jetzt siedelt er mit seiner Familie nach Israel über

von Burkhard Jürgens  16.02.2026 Aktualisiert

Trauer

»Teheran«-Produzentin Dana Eden stirbt mit 52 Jahren

Sie wurde tot in ihrem Hotelzimmer in Athen aufgefunden

 16.02.2026

Bosnien-Herzegowina

Jüdischer Protest gegen rechtsextrexmen Sänger Thompson

Vergangenes Jahr hatte der kroatische Sänger Thompson mit einem Megakonzert in Zagreb einen Zuschauerrekord gebrochen. Bekannt ist er für rechtsnationalistische Auftritte. Jetzt provoziert er erneut

von Markus Schönherr  16.02.2026

»Imanuels Interpreten« (18)

Clive Davis: Der Produzent

Ohne die lebende Legende wäre die Welt um viele umwerfende Songs ärmer. Von Chicago über Whitney Houston bis hin zu Santana: Alle arbeiteten mit ihm

von Imanuel Marcus  16.02.2026