EILMELDUNG! Nach Angriff Israels auf Iran: Sicherheitsbehörden verstärken Schutz für jüdische Einrichtungen

Tal-Gesetz

Zivildienst statt Waffe

Armee oder Zivildienst?. Foto: Flash 90

Noch immer gibt es keine Entscheidung in dem umstrittenen Tal-Gesetz, das Charedim bislang vom Militärdienst befreite. Im August war es vom Obersten Gerichtshof für verfassungswidrig erklärt worden. Jetzt sorgt ein vorläufiger Regierungsbeschluss für Unmut in Israel. 1300 Jeschiwa-Schüler sollen – statt die olivgrüne Uniform anzuziehen – Zivildienst leisten.

Die Entscheidung, so die Regierung, soll den sinkenden Zahlen der Zivildienstleistenden entgegenwirken. Nachdem das Tal-Gesetz für unwirksam erklärt wurde und politischer Wandel auf sich warten lässt, entscheiden sich immer weniger junge Männer für die Armee-Alternative. Statt mehr als 2000 im August dieses Jahres gibt es heute lediglich noch 1450 Zivis.

Aktivisten Das sei kein Grund, die Charedim weiterhin aus ihrer Verantwortung zu befreien, meinen die Befürworter einer Einberufungsreform. Für sie ist der jüngste Beschluss ein Schlag ins Gesicht. Aktivisten bauen aus Protest dagegen am zentralen Bahnhof von Tel Aviv an der Arlosoroff-Straße ein Zelt auf. Die Männer und Frauen vom »Suckers Tent« haben allesamt ihren Militärdienst abgeleistet und meinen, sie seien »Blödmänner«, ihr Leben riskiert zu haben, weil andere sich leicht davor drücken können – mithilfe von oben.

Doch auch aus den Reihen der Armee hagelt es Kritik. Ex-General Elazar Stern, heute Mitglied der neuen Partei Zipi Livnis, »Hatnua«, erklärte, dass damit jegliche Möglichkeit zerstört werde, eine wirkliche Lösung zu finden. »Viele Anführer der ultraorthodoxen Gemeinde sind bereit, einen Kompromiss einzugehen.« Doch die Regierung schere sich nur um den Ausgang der kommenden Knessetwahlen. Livni selbst bezeichnete die Regel als »unglaublich und unmoralisch«.

Einer der vehementesten Verfechter der Reform ist der Politikneuling Yair Lapid. Auf der Agenda seiner Partei »Jesch Atid« steht die Gleichheit zwischen Säkularen und Ultraorthodoxen in Sachen Militärdienst ganz oben. Er will vor den Obersten Gerichtshof ziehen.

Der Ex-Nachrichtensprecher meint, es sei pure Augenwischerei, dass die Regierung die Jeschiwa-Studenten von der Armee befreit und die Zahl der Zivildienstleistenden dafür nur wenig erhöht. Lapid bat den scheidenden Verteidigungsminister Ehud Barak, der neuen Politik in keinem Fall zuzustimmen. Nur dann könne er seinen Posten hoch erhobenen Hauptes verlassen.

Deutschland

Behörden verstärken Schutz von jüdischen und israelischen Einrichtungen

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage

 28.02.2026 Aktualisiert

Türkei

Ehemalige israelische Soldatin in Istanbul festgenommen

Die Frau konnte erst nach diplomatischem Druck nach Hause zurückkehren

 27.02.2026

Spannungen in Nahost

USA raten Teil des Jerusalemer Botschaftspersonals und Angehörigen, Israel zu verlassen

Die amerikanische Botschaft empfiehlt US-Bürgern, die Möglichkeit einer Ausreise zu prüfen und warnt vor weiteren Maßnahmen

 27.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Kotel ist für alle da

Die Klagemauer könnte in Zukunft einzig vom orthodoxen Rabbinat verwaltet werden. Was als Schutz der Heiligkeit verkauft wird, wäre ein Angriff auf religiöse Vielfalt

von Sophie Goldblum  27.02.2026

Israel

Neue Pizza-Regeln für die Luftwaffe

Soldaten sollen künftig darauf verzichten, sich Speisen direkt ins Hauptquarter liefern zu lassen. Warum?

 27.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  27.02.2026

Tel Aviv

Ex-Geisel Matan Angrest berichtet von Verhören und Folter durch die Hamas

Zum ersten Mal seit seiner Freilassung hat Angrest über seine Zeit in der Gewalt der Hamas gesprochen

 27.02.2026

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Die Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt im Westjordanland

von Sabine Brandes  26.02.2026