Israel

Zeugin belastet Ex-Premier Netanjahu und dessen Frau

Foto: Flash 90

Eine Zeugin hat den israelischen Ex-Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seinem Korruptionsprozess wenige Monate vor einer Neuwahl schwer belastet. Hadas Klein, Assistentin der Milliardäre Arnon Milchan und James Packer, sagte am Dienstag vor Gericht über eine regelmäßige Versorgung von Netanjahu und seiner Frau Sara mit Luxusgeschenken aus. Netanjahu ist gegenwärtig Oppositionsführer und strebt bei einer Parlamentswahl im November eine Rückkehr ins Amt des Ministerpräsidenten an. 

Klein berichtete nach Medienberichten, die mit Netanjahu befreundeten Milliardäre hätten dem Ehepaar zum Beispiel regelmäßig Zigarren, rosa Champagner und Schmuck geschenkt. Hollywood-Produzent Arnon Milchan habe dem australischen Unternehmer James Packer klargemacht, »dass man nicht mit leeren Händen zu den Netanjahus kommen kann«. Packer habe Netanjahu verehrt, sagte sie. 

Die Zahl der Geschenke sei im Laufe der Zeit immer größer geworden. Sara Netanjahu habe auch immer wieder konkrete Forderungen nach Geschenken gehabt. Netanjahu tränke seine Zigarren gerne in Cointreau-Likör, deshalb habe sie von Milchan den Auftrag bekommen, diesen zu kaufen. Sara Netanjahu habe außerdem die Anweisung erteilt, Kisten mit rosa Champagner in schwarzen Säcken zu transportieren, damit Passanten sie nicht sehen können. Der Wert der Luxusgeschenke an die Netanjahus beläuft sich laut Anklage auf rund 700 000 Schekel (193 000 Euro). Netanjahu hatte diese als »Geschenke unter Freunden« gerechtfertigt. 

Der Korruptionsprozess gegen Netanjahu läuft schon seit mehr als zwei Jahren. Ihm wird auch vorgeworfen, als Kommunikationsminister dem Telekom-Riesen Bezeq Vergünstigungen gewährt zu haben. Im Gegenzug soll das zum Konzern gehörende Medium »Walla« positiv über ihn berichtet haben. Zudem soll er dem kritischen Zeitungsverleger Arnon Moses angeboten haben, im Gegenzug für positive Berichterstattung dessen Konkurrenzblatt zu schwächen. dpa

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026

Gesellschaft

Herzog: Gewalt übersteigt Kapazitäten der Polizei

Israels Präsident nennt die Kriminalität in arabischen Gemeinden eine Katastrophe. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt bei nur zwölf Prozent

von Sabine Brandes  12.10.2026

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026