Jerusalem

»Zerstörung der Kaschrut«

Maschgichim überwachen die Kaschrut in einem israelischen Betrieb. Foto: Flash 90

Ein Gesetzentwurf zur Neuordnung der Koscherzertifizierung in Israel stößt auf Widerstand der beiden Oberrabbiner des Landes.

Der Vorstoß sei eine »Zerstörung der Kaschrut«, der jüdischen Speisegesetze, erklärten die Oberrabbiner David Lau und Yitzhak Yosef laut Bericht der Zeitung »Haaretz« (Donnerstag) in einer gemeinsamen Erklärung von Mittwochabend. Dies spiegele einen »Trend« wider, das israelische Judentum zu verdrängen, und sei ein weiterer Schritt, »um Israel zu einem Staat für alle Bürger« zu machen.

spaltung In ihrer Erklärung warnten die Oberrabbiner vor einer »geistigen Zerstörung unter dem Deckmantel dieser Reform«. Dies könne zu Konvertierungen, Eheschließungen außerhalb des Großrabbinats und schließlich zu Spaltungen der Gemeinschaft führen. Lau und Josef riefen die Rabbiner in Israel auf, die Reformen nicht zu unterstützen und keine Einrichtungen ohne Genehmigung des Großrabbinats zertifizieren zu lassen.

Am Mittwoch hatte der zuständige Parlamentsausschuss einen Entwurf des israelischen Religionsministers Matan Kahana angenommen, der das Monopol des israelischen Großrabbinats bei der Ausstellung von Koscherzertifikaten lockern soll.

Er sieht vor, dass künftig auch vom Großrabbinat unabhängige Autoritäten Restaurants und anderen Essensbetrieben bescheinigen können, dass ihr Essen entsprechend dem jüdischen Religionsrecht zubereitet und damit koscher ist. Bisher lag diese Vollmacht in den Händen örtlicher Rabbinate unter der Autorität des Großrabbinats. Der Gesetzentwurf muss noch zwei weitere Lesungen in der Knesset durchlaufen. kna

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 06.08.2026

Gaza

IDF-Chef Zamir: Jeder Verantwortliche für die Massaker vom 7. Oktober wird zur Rechenschaft gezogen

Die Jagd auf die beteiligten Terroristen sei »eine dauerhafte und fortlaufende Aufgabe, die das Kommando mit großem Erfolg erfüllt«, sagt der Generalstabschef

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Gesellschaft

Misstrauen vor der Wahl

72 Prozent der jüdischen Israelis fürchten, dass die Parlamentswahl im Oktober beeinträchtigt werden könnte

von Sabine Brandes  06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Wahlkampf

Who’s who in Jerusalem?

Israels Parteien buhlen nicht nur um potenzielle Wähler, sondern auch um mögliche Bündnisse

von Sabine Brandes  06.08.2026

Jerusalem

Ehemalige Likud-Politiker Erdan und Edelstein gründen neue Partei

Eine konservative Alternative zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollen die Gründer bieten. Haben sie Chancen auf Erfolg?

 06.08.2026