Berlin

Zentralrat der Juden: Das Ende des Mullah-Regimes liegt in unserem nationalen Interesse

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: imago images / epd

Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht in den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran die Chance, das Mullah-Regime endlich zu beenden.

»Gelingt es, das Regime in die Knie zu zwingen, hätte das - von bedrohten Minderheiten und oppositionellen Exil-Iranern bis zu Angriffen auf unsere kritische Infrastruktur - unmittelbare Auswirkungen für die Sicherheit in ganz Deutschland«, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag. Die atomare Bedrohung, die von Teheran ausgehe, sei trotz der Erfolge im sogenannten Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr mit jedem Tag gewachsen.

Das Mullah-Regime sei zudem seit vielen Jahren einer der wichtigsten Financiers und Architekten des globalen Terrors, erklärte Schuster weiter. Längst trieben die Agenten des iranischen Regimes und seiner Proxies auch hierzulande ihr Unwesen: »Es liegt deshalb in unserem ureigenen nationalen Interesse, die USA und Israel im Kampf gegen dieses Terrorregime zu unterstützen. Nicht für andere, sondern für unsere offene Gesellschaft in Deutschland.«

Die USA und Israel hatten am Samstag einen großangelegten Militärangriff aus der Luft und von der See aus auf Ziele im Iran begonnen. Iranischen Staatsmedien zufolge wurde dabei Revolutionsführer Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel und auf US-Stützpunkte in der Golf-Region und blockierte die für den Ölhandel zentrale Straße von Hormus, eine Meerenge am Persischen Golf.

Nach den Worten des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, bedeutet die militärische Eskalation für die in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden eine verschärfte Bedrohungslage. »Insbesondere nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei ist damit zu rechnen, dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen wird«, sagte er am Sonntag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs - und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026

Tel Aviv

Israel Katz: Krieg nicht zeitlich begrenzt

Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs erteilt der Verteidigungsminister eine Absage. Man werde so lange weiter angreifen, bis alle Ziele erreicht seien

 11.03.2026

Jerusalem

Justizgutachten zu Netanjahus Gnadengesuch fertig

Präsident Herzog muss über den Antrag entscheiden. Ein Termin steht bisher nicht fest

 11.03.2026

Madrid

Spanien beruft seine Botschafterin in Israel ab

Die Sánchez-Regierung zieht Konsequenzen im Streit mit Israel: Die Botschafterin wird abberufen. Wie es dazu kam und welche politischen Konflikte dahinterstehen

 11.03.2026

Nahost

Israel verlegt Truppen von Gaza an Grenze zum Libanon

Nach Raketenangriffen der Hisbollah wird Israels Nordgrenze mit der Golani-Brigade verstärkt. In Beirut wächst die Sorge vor einer größeren Bodenoffensive

 11.03.2026

Interview

»Diese Geschosse sind grausam«

Nahostexperte Eyal Zisser über Irans Einsatz von Streubomben gegen Zivilisten und deren internationale Ächtung

von Sabine Brandes  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026

Jerusalem

Isaac Herzog: Wir verändern die gesamte Konfiguration des Nahen Ostens

»Es ist eine Lektion für die Welt, dass man Grausamkeit mit viel Anstrengung und Stärke begegnen muss, ohne mit der Wimper zu zucken«, sagt Israels Präsident

 11.03.2026

Nahost

Nächtliche Angriffe und neue Spannungen in der Region: Iran feuert Raketen auf Israel

Die Lage im Überblick

 11.03.2026