Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich von einer israelfeindlichen Rede bei der Preisverleihung der Berlinale distanziert. Er sei als einziger Vertreter der Bundesregierung bei der Gala gewesen, teilte ein Sprecher seines Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit. Während der Rede des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib habe Schneider den Saal verlassen.
Alkhatibs Film »Chronicles From the Siege« wurde als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet. Der Filmemacher warf der deutschen Regierung auf der Bühne vor, sie sei Partner »des Völkermords im Gazastreifen«. »Bundesminister Schneider hält diese Aussagen für nicht akzeptabel«, teilte der Sprecher mit.
Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen - das ist auch die Position der deutschen Regierung - und spricht von Selbstverteidigung nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023.
Alkhatib, der eine palästinensische Flagge mit auf die Bühne brachte, sagte: »Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war«, sagte er. »Ein freies Palästina von jetzt bis ans Ende der Welt.«
Im Saal waren Applaus und auch Zwischenrufe zu hören. dpa