Naturparks

Wälder, Wüsten, Wasser

Israel von seiner schönsten Seite: Postkartengrüße aus den Naturparks und Reservaten Foto: Sabine Brandes, (M) Limberg

Ganz Israel ist wie ein einziges Freilichtmuseum. An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen und zu entdecken. Um die 70 Naturparks und 190 Reservate reihen sich wie eine Kette von der Grenze im Norden bis zum Roten Meer aneinander.

In dem kleinen Land, nicht viel größer als Hessen, gibt es neben den weltbekannten Orten wie Jerusalem und Tel Aviv auch Gegenden mit Wäldern, Wasserfällen und Wüsten, die noch nicht jeder kennt. Mithilfe einer Fachfrau der israelischen Naturparkbehörde haben wir einige der schönsten für Sie herausgesucht. Anat Hoffman, Reiseleiterin in den Parks, kennt sie alle und findet, dass »jeder für sich ein Juwel« ist. Einige, die sie hier empfiehlt, hat sie besonders ins Herz geschlossen:

Dor / Habonim
Für die Reiseleiterin ist es der schönste Ort des Landes. An diesem Strand, der bald zum Naturpark erklärt werden soll, liegt zweifelsohne die wundervollste Bucht der gesamten Küste. Wer nicht nur im Sand faulenzen möchte, kann seinen kulturellen Durst im hervorragenden Tel Dor Museum stillen oder einen Abstecher zu den Überresten des Herodes-Palastes in Caesarea unternehmen.

Massada
»Massada ist ein Muss!«, sagt die Expertin in Sachen Natur. Im ersten Jahrhundert war die trutzige Burg von Herodes Schauplatz tragischer Ereignisse: Als letzte Bastion jüdischen Widerstandes gegen die Römer ging sie in die Historie ein. Auf dem 440 Meter hohen Felsen sind die Überreste der Geschichte zu erkunden, unten erstreckt sich eine bizarre Canyonlandschaft. Ihr Tipp: »Ein unvergessliches Erlebnis ist es, sich frühmorgens auf den Schlangenpfad zu begeben, um den Sonnenaufgang über der Wüste und dem Toten Meer zu bestaunen. Diese Aussicht ist einfach einmalig.«

Beit Schean
1.700 Jahre ist es her, dass der weise Rabbi Simeon Ben Lakisch Beit Schean als den verlorenen Garten Eden bezeichnete. Überzeugen Sie sich selbst in der größten Ausgrabung des Landes. Überreste jahrtausendealter menschlicher Besiedlung und die antike Hauptstadt des Decapolis sind einen Abstecher ins heiße Jordantal allemal wert. Ob Theater, Badehaus oder Marktstraßen – die antiken Überreste sind hervorragend erhalten. Bis November findet viermal wöchentlich eine Lichtshow in den Ruinen statt.

Machteschim (Krater)
Die Wüstengegend um Mitzpe Ramon ist alles andere als öde. Machtesch Ramon ist der größte Naturkrater der Welt (er trägt übrigens den Namen des verunglückten israelischen Astronauten Ilan Ramon) und eine atemberaubende Laune der Natur. In Jahrmillionen hat die Erosion ein tiefes Fenster in den Stein gegraben, das den Blick auf die verschiedenen Schichten freigibt. Die Reiseleiterin liebt die Wüste heiß und innig. Sie rät: »Übernachten Sie am besten stilecht im Beduinenzelt«.

Zippori
Auch Israel hat seine Mona Lisa. Zu bewundern ist sie inmitten der Ausgrabungen von Zippori unweit der Stadt Nazareth. Doch die milde lächelnde Dame ist nicht das einzig Bezaubernde, dieser Naturpark ist das reinste Mosaikwunder. Sie sollten sich die hier freigelegten Kunstwerke auf dem Boden auf keinen Fall entgehen lassen. Zippori wird nicht nur für Geschichtsfans zu den Höhepunkten einer jeden Israelreise gehören.

Totes Meer / Nachal David
»Der Park oberhalb des Toten Meeres ist spektakulär«, findet die Frau der Parkbehörde. Nicht nur ob seiner Lage, sondern auch der intakten Tierwelt wegen, die hier ihr Zuhause hat. Sein Reichtum an Wasser macht Nachal David zu einem Ort, dessen erfrischende Wirkung gar nicht genug gepriesen werden kann. Wandern Sie neben Steinböcken und Murmeltieren durch die einzigartige Welt dieser Wüstenoase – immer im Blick unter ihnen: das wundersame Tote Meer.

Gamla
Das Naturschutzgebiet liegt im südlichen Teil der Golanhöhen. Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, Israels höchster Wasserfall (51 Meter) sowie seine geschichtliche Bedeutung als »Massada des Nordens« machen Gamla zu einem Ausflugsziel der besonderen Art. Zudem ist der Blick vom Berg Bazaq hinunter auf den See Genezareth beeindruckend wie kaum ein anderer. Berühmt ist Gamla auch für den Schutz und die Aufzucht von Gänsegeiern.

Duftroute
Noch heute verströmt die Duftroute in der Negevwüste ein besonderes Flair. »Kommen Sie zum Sonnenuntergang, dann ist es hier noch einmal so schön«, schlägt Hoffman vor. Die antiken Nabatäerstädte Avdat, Mamschit und Schiwta lagen an ebenjener Straße. Sie wurde von Kamel-Karawanen benutzt, um Düfte, Parfums und Gewürze aus Arabien an die Häfen des Mittelmeeres zu transportieren.

Gan Haschloscha (Sachne)
Haben Sie Kinder dabei, dürfen Sie an diesem Park nicht vorbeifahren. Nach Herzenslust können Sie hier in warmen Naturpools baden und schwimmen. Eine natürliche Quelle hält das Wasser auf konstant angenehmer Temperatur. Verbunden sind die Becken durch einen Wasserfall, unter dem es sich wunderbar planschen lässt. Riesige Bäume spenden Schatten auf den Liegewiesen.

Dan
Das dicht bewaldete Gebiet wird von mehreren Quellen am Leben gehalten, die den Fluss Dan bilden, die Hauptader des Jordan. Sogar im Hochsommer ist es hier, in der bezaubernden Natur, angenehm kühl. Kaum ein Sonnenstrahl dringt durch die hohen Baumwipfel bis auf die Erde. Das Beste: In Dan ist das Baden und Durchs- Wasser-Waten ausdrücklich erlaubt. »Mieten Sie sich ein Kajak und paddeln Sie flussabwärts«, schlägt Hoffman vor, »das ist ein riesiger Spaß für die ganze Familie und ein Höhepunkt des Urlaubs«.

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