Strafvollzug

VIP-Gefängnis für Olmert

Ehud Olmert Foto: Flash 90

Ehud Olmert liebt den Luxus. Auf den muss er offenbar nicht einmal hinter Gittern verzichten. Denn dem ehemaligen Premierminister, der wegen Korruption zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde, wird jetzt ein schicker Gefängnistrakt gebaut. Die Verwaltung erklärte, dass sie einen kompletten Flügel in der Haftanstalt Maasijahu bei Ramle für den berühmten Insassen errichten lässt.

Ob Olmert dort tatsächlich einziehen wird, ist allerdings noch nicht hundertprozentig sicher. Denn seine Anwälte haben gegen das Urteil Einspruch eingelegt, das ihm für seine Rolle in der Holyland-Affäre auferlegt wurde. Vor Gericht wurde der Ex-Politiker der Korruption überführt. In der Talansky-Affäre ist er zudem zu acht Monaten Haft wegen Betrugs verurteilt.

Die Entscheidung der Richter wird allerdings erst nach den Hohen Feiertagen im Oktober erwartet. Darauf wollte die Gefängnisverwaltung aber nicht länger warten – schon in drei Monaten soll der VIP-Bereich des Baus einzugsbereit sein.

Sensibel Dort soll Olmert nicht allein sein, sondern sich in bester Gesellschaft zwischen Ex-Bürgermeistern, Armeeoffizieren und einstigen Richtern befinden. Die meisten sind wegen Korruption hinter Gittern. Insgesamt werden in dem Neubau 20 Insassen untergebracht, die Haftbedingungen sollen wesentlich besser sein als in den gewöhnlichen Gefängnisbereichen. Offiziell heißt es, dass der Flügel für jene Häftlinge gedacht ist, »deren Lage sensibel ist und die besonders gefährdet sind«.

Angeblich geht es um die Staatsgeheimnisse, in die ein einstiger Ministerpräsident eingeweiht war. Damit diese gewahrt bleiben, dürfe es nicht sein, dass Olmert mit gewöhnlichen Häftlingen gemeinsam untergebracht wird, heißt es. Doch gleichzeitig sei eine Isolationshaft nicht zumutbar. Damit Olmert mit anderen Gefängniskollegen zusammentreffen kann, soll ein komplettes Team von Geheimdienstmitarbeitern für seinen Schutz sorgen.

Die Vorzugsbehandlung lässt sich der Staat etwas kosten: Umgerechnet etwa eine Million Euro müssen die Steuerzahler für den VIP-Häftling Ehud Olmert berappen.

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026