Nachrichten

Vermisst, Einmischung, Deal

Ein Poster mit der kleinen Heimnot Kassau Foto: Flash 90

Vermisst
Zwei Jahre nachdem das neunjährige Mädchen Heimnot Kassau im Februar 2024 aus einem Aufnahmezentrum für Neueinwanderer in Safed verschwand, ist sein Schicksal weiterhin ungeklärt. Anfangs gingen Ermittler davon aus, sie rasch zu finden, doch alle Suchaktionen verliefen bisher ohne Ergebnis. Während die Eltern fürchten, dass die Behörden nicht genug tun, klagen Aktivisten an, dass das Verschwinden eines Kindes aus der äthiopisch-israelischen Gemeinschaft weniger Aufmerksamkeit erhalte als andere Fälle. Die Polizei weist das zurück und betont, weiterhin intensiv zu ermitteln. Inzwischen wurde auch der Schin Bet einbezogen. Der Fall ist rätselhaft, weil es in dem kleinen Land extrem ungewöhnlich ist, dass ein Kind spurlos verschwindet.

Drohung
Die Revolutionsgarde des Iran hat Premier Benjamin Netanjahu mit dem Tod gedroht. In einer offiziellen Erklärung kündigte sie an, ihn »weiter zu verfolgen und mit voller Härte zu töten, sollte er noch am Leben sein«. Netanjahu selbst hatte kürzlich während einer Pressekonferenz der neuen iranischen Führung gedroht.

Einmischung
US-Präsident Donald Trump hat Israels Präsidenten Isaac Herzog scharf attackiert, weil dieser sich weigere, Premier Netanjahu zu begnadigen. Trump beschimpfte Herzog als »schwach und erbärmlich«. Er wolle nicht, dass Netanjahu mit anderen Themen als dem laufenden US-israelischen Militäreinsatz gegen den Iran belastet werde, so Trump. Zugleich behauptete er, Herzog habe ihm mehrfach die Begnadigung zugesagt, was Israels Präsidialamt kategorisch zurückweist. Herzog sagte, er habe erwartet, dass Netanjahu die persönlichen Angriffe aus Washington verurteilen würde, und machte klar, Entscheidungen über eine Begnadigung würden ausschließlich nach Recht und Gewissen getroffen und nicht unter äußerem Druck. Netanjahu kommentierte Trumps Verbalattacke mit den Worten: »US-Präsidenten haben das Recht, ihre Meinung zu äußern« und bezeichnete den Korruptionsprozess gegen sich selbst als »politische Hexenjagd«.

Tote
Im Tel Aviver Vorort Ramat Gan sind am Mittwoch zwei Menschen durch eine ballistische Rakete aus dem Iran getötet worden. Laut Medienberichten handelt es sich um ein Ehepaar in den 70ern, das auf dem Weg in den Bunker gewesen sei. Außerdem wurden mehrere Menschen in Tel Aviv durch Schrapnelle verletzt. Der Iran setzt immer wieder Streumunition ein.

Deal
Google hat den 32-Milliarden-Dollar-Erwerb der israelischen Cybersecurity-Firma Wiz abgeschlossen. Es ist der höchstdotierte Verkauf eines israelischen Technologieunternehmens aller Zeiten. Der Deal, der nach umfangreichen behördlichen Prüfungen in mehreren Ländern finalisiert wurde, ist zugleich die größte Übernahme in der Geschichte von Google selbst. Wiz, das seit 2020 existiert und zu einem führenden Anbieter von Cloud-Sicherheitslösungen geworden ist, wird Teil von Google Cloud, während die Marke und Technologien erhalten bleiben sollen. Die Transaktion bringt dem Staat geschätzte knapp drei Milliarden Euro an Steuern ein. Dieser Deal zeigt, dass globale Tech-Konzerne trotz des Kriegs weiterhin stark in israelische Innovation investieren.

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026