Nahost

Vergeltung für Brandanschläge

Ein Palästinenser mit zwei Brandballons Foto: Flash 90

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mehrere Vergeltungsanschläge in der Nacht zum Freitag auf den Gazastreifen geflogen. Der Waffenstillstand vom Mai wird damit auf eine Bewährungsprobe gestellt.

Vor etwa einem Monat hatten sich die Hamas in Gaza und Israel elf Tage lang heftige Kämpfe geliefert. Die Angriffe der IDF folgten jetzt nach Dutzenden von Brandsätzen, die palästinensische Extremisten mit Ballons auf israelisches Gebiet geschickt hatten, lautete die aktuelle Stellungnahme der Armee.

feuer Die Feuerwehr meldete mindestens acht Feuer, die am Donnerstag noch im Süden des Landes loderten. In den Tagen zuvor waren es mehr als zwei Dutzend Brände gewesen, die durch die Brandballons ausgelöst wurden.

Die Hamas im Gazastreifen tut die Vergeltungsangriffe der IDF als »Theater« ab.

Bei den Angriffen der vergangenen Nacht handelt es sich um die schwerwiegendste Vergeltung, nachdem palästinensische Terroristen vor etwa drei Jahren begonnen hatten, Ballons mit Brandsätzen auf israelisches Gebiet zu schicken.

Der israelische Armeechef ordnete an, dass die Kämpfe fortgesetzt werden könnten, »wenn die Terroraktivitäten aus dem Gazastreifen weitergehen«. Die in Gaza regierende Hamas indes tat die israelische Vergeltung als »Theater« ab.

ABSTAND Die Armee bestätigte, dass sie verschiedene Ziele angegriffen habe. Darunter eine Raketen-Abschussrampe in Khan Younis und andere militärische Einrichtungen der Hamas. Die Terrorgruppe habe mit der Militäraktion gewarnt werden sollen, von weiteren Anschlägen gegen Israel Abstand zu nehmen.

Während des Beschusses hatten in einer israelischen Gemeinde am Gazastreifen die Warnsirenen für Raketen geschrillt. Allerdings stellte sich später heraus, dass es sich dabei um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Wahrscheinlich wurde dieser ausgelöst, als von palästinensischer Seite auf israelische Flugzeuge gefeuert wurde.

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026

Israel

Eisenkot-Lager liegt vor Netanjahu-Lager

Die Likud-Partei des Premiers wurde allerdings ersten Prognosen zufolge stärkste Kraft. Der Wahlausgang ist alles andere als eindeutig

 27.10.2026 Aktualisiert

Entscheidung

Keine längeren Öffnungszeiten trotz hoher Wahlbeteiligung

15 Stunden haben die Israelis Zeit, ihre Stimme abzugeben. Ein Antrag, die Abstimmung zu verlängern, scheiterte

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Überschwemmungen behindern Wahl im Süden Israels

Überflutete Zufahrtsstraßen, abgeschnittene Orte: Im Süden Israels kamen manche Einwohner nicht zu ihrem Wahllokal. Reicht die Zeit noch, bevor die kleinen Wahllokale schließen?

 27.10.2026

Israel

Wer wählt wen und warum?

Von unerschütterlicher Bibi-Treue bis zur Sehnsucht nach einem Neuanfang: Wir haben Israelis gefragt, wem sie ihre Stimme gegeben haben

von Sabine Brandes  27.10.2026

Israel

Wahlbeteiligung bricht Aufzeichnungsrekord

Schon mehr als drei Millionen Israelis haben am Nachmittag ihre Stimme abgegeben - das ist der höchste in den Aufzeichnungen gemessene Wert

 27.10.2026