Nahost

Vergeltung für Brandanschläge

Ein Palästinenser mit zwei Brandballons Foto: Flash 90

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mehrere Vergeltungsanschläge in der Nacht zum Freitag auf den Gazastreifen geflogen. Der Waffenstillstand vom Mai wird damit auf eine Bewährungsprobe gestellt.

Vor etwa einem Monat hatten sich die Hamas in Gaza und Israel elf Tage lang heftige Kämpfe geliefert. Die Angriffe der IDF folgten jetzt nach Dutzenden von Brandsätzen, die palästinensische Extremisten mit Ballons auf israelisches Gebiet geschickt hatten, lautete die aktuelle Stellungnahme der Armee.

feuer Die Feuerwehr meldete mindestens acht Feuer, die am Donnerstag noch im Süden des Landes loderten. In den Tagen zuvor waren es mehr als zwei Dutzend Brände gewesen, die durch die Brandballons ausgelöst wurden.

Die Hamas im Gazastreifen tut die Vergeltungsangriffe der IDF als »Theater« ab.

Bei den Angriffen der vergangenen Nacht handelt es sich um die schwerwiegendste Vergeltung, nachdem palästinensische Terroristen vor etwa drei Jahren begonnen hatten, Ballons mit Brandsätzen auf israelisches Gebiet zu schicken.

Der israelische Armeechef ordnete an, dass die Kämpfe fortgesetzt werden könnten, »wenn die Terroraktivitäten aus dem Gazastreifen weitergehen«. Die in Gaza regierende Hamas indes tat die israelische Vergeltung als »Theater« ab.

ABSTAND Die Armee bestätigte, dass sie verschiedene Ziele angegriffen habe. Darunter eine Raketen-Abschussrampe in Khan Younis und andere militärische Einrichtungen der Hamas. Die Terrorgruppe habe mit der Militäraktion gewarnt werden sollen, von weiteren Anschlägen gegen Israel Abstand zu nehmen.

Während des Beschusses hatten in einer israelischen Gemeinde am Gazastreifen die Warnsirenen für Raketen geschrillt. Allerdings stellte sich später heraus, dass es sich dabei um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Wahrscheinlich wurde dieser ausgelöst, als von palästinensischer Seite auf israelische Flugzeuge gefeuert wurde.

Jerusalem

Schin Bet ermittelt wegen Betäubungsmitteln in Babynahrung

Seit einer Woche versuchen das israelische Gesundheitsministerium und die Polizei zu ergründen, wie Sedative in Babynahrung landen konnten. Jetzt ist auch der Inlandsgeheimdienst beteiligt

 24.06.2026

Massaker des 7. Oktobers

»Ich stehe hier nicht als Statistik, ich bin Überlebende«

Ilana Gritzewsky, ehemalige Geisel in Gaza und Überlebende sexualisierter Gewalt, sprach vor dem UN-Menschenrechtsrat

von Sabine Brandes  24.06.2026

Wahlkampf

»Neuer Gesellschaftsvertrag«: Bennett stellt Reformprogramm vor

Ein Schwerpunkt seines Plans liegt im Bildungsbereich. Bennett fordert ein System, das sich am Niveau privater Schulen orientiert, aber öffentlich finanziert bleibt

 24.06.2026

Genf/Jerusalem

Neuer UN-Bericht beschuldigt Israel schwer – Jerusalem weist Vorwürfe entschieden zurück

Der UNHRC bezichtigt den jüdischen Staat schwerer Verstöße bis hin zu einem angeblichen Völkermord. Die Israelis wehren sich

 24.06.2026

Israel

Schönheit mit Narben

Designer entwerfen Kleidung für kriegsversehrte Soldaten, um im öffentlichen Raum auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen. Zu Besuch bei einer Modenschau in Tel Aviv

von Sabine Brandes  23.06.2026

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026