Jerusalem

Verfahren für Entlassung von Generalstaatsanwältin geändert

Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara Foto: copyright (c) Flash90 2022

Die israelische Regierung treibt das Verfahren zur Entlassung der ihr unliebsamen Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara weiter voran. In einem höchst umstrittenen Schritt hat das Kabinett eine Änderung des Prozesses zu deren Entlassung gebilligt. Dies berichteten mehrere Medien übereinstimmend.

Im bisherigen Verfahren muss sich eigentlich ein Sonderkomitee damit befassen. Das Kabinett entschied jedoch, dass künftig ein Ausschuss von Ministern im Prozess der Entlassung zum Einsatz kommt.

Baharav-Miara ist der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seit langem ein Dorn im Auge. Sie strebt die Entlassung der für sie unbequemen Generalstaatsanwältin an, weil diese sich immer wieder gegen Entscheidungen der Politik stellt, die sie als nicht rechtmäßig ansieht.

Regierungschef Netanjahu und seine Verbündeten werfen dem Justizsystem in Israel insgesamt seit längerem vor, es sei zu mächtig und mische sich zu stark in die Entscheidungen der Exekutive ein. Ein von seiner Regierung angestrebter Justizumbau hatte zu monatelangen massiven Protesten und Warnungen vor der Zerstörung des demokratischen Gleichgewichts in dem Land geführt.

Die Nachrichtenseite »ynet« zitierte aus einem Schreiben von Baharav-Miara, wonach die Änderung des Verfahrens nicht rechtmäßig ist. Dass ein Ausschuss von Ministern darüber entscheiden soll, würde das Amt politisieren und vom Wohlwollen der amtierenden Regierung abhängig machen.

Oppositionspolitiker kritisierten den Schritt des Kabinetts scharf. Benny Gantz sagte, die Regierung wolle mit dem Schritt die Legitimität der staatlichen Institutionen untergraben. Beobachter gehen davon aus, dass der Beschluss juristisch anfechtbar ist. dpa

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nachrichten

Umwelt, Anerkennung, Bücher

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.07.2026

1000 Tage

Tausende Stimmen gegen das Vergessen

Die Hebräische Universität und Edut 710 schaffen ein KI-gestütztes Archiv, das die Zeugnisse des 7. Oktober bewahrt

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

5800 Juden wollen in diesem Sommer Alija machen

Das Interesse, nach Israel überzusiedeln, ist ungebrochen groß: Im Juli und August werden zahlreiche Neubürger erwartet, vor allem aus Frankreich und den USA

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  02.07.2026

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

von Ralf Balke  02.07.2026