Visite

Unterkühlter Empfang für Smotrich in Paris

Finanzminister Bezalel Smotrich von der Partei Religiöser Zionismus Foto: Flash 90

Es war schon der zweite Besuch des israelischen Finanzministers Bezalel Smotrich in Paris seit seinem Amtsantritt. Und auch dieser verlief nicht viel positiver als der erste im März dieses Jahres. Denn erneut blieben dem kontroversen rechten Minister Treffen mit Vertretern der französischen Regierung verwehrt. Ein relativ kurzfristig anberaumtes Treffen mit Vertretern der jüdischen Organisationen Frankreichs kam zwar sehr zur Freude Smotrichs doch noch zustande. Doch die Vorsitzenden der wichtigsten jüdischen Verbände ließen sich bei dem Termin vertreten.

Smotrich war am Dienstagnachmittag zu einem zweitägigen Ministergipfel nach Paris geflogen, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgerichtet wurde. Der Finanzminister ist Teil der Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Smotrich ist Vorsitzender der rechtsextremen Partei Religiöser Zionismus und bekannt für seine harte politische Linie.

GESCHÄFTSLEUTE »Der Minister wird an vielen Diskussionen über bilaterale Handelsabkommen, Wachstumsmotoren und die Förderung der Infrastruktur zwischen und innerhalb der Länder teilnehmen«, hieß es im Vorfeld aus dem Büro Smotrichs. Es werde erwartet, dass er »mehrere Treffen mit hochrangigen OECD-Beamten abhält« und mit französischen Geschäftsleuten zusammenkomme.

Nach seiner Ankunft stattete Smotrich dem koscheren Supermarkt Hyper Cacher im Pariser Osten einen Besuch ab. Dort starben bei einem Terroranschlag im Januar 2015 vier Juden. »Ich bin hergekommen, um die jüdische Gemeinde in Paris zu stärken und zu umarmen«, sagte er. »Unsere Einzigartigkeit als jüdisches Volk und als souveräner Staat ist die besondere Verbindung für jeden Juden auf der Welt.«

Auch die Anführer der jüdischen Organisationen haben sich geweigert, Smotrich zu treffen.

Mehrere israelische Medien berichteten derweil, das Ministerbüro habe französische Regierungsvertreter um Treffen gebeten, die jedoch allesamt abgelehnt worden seien.

BEZIEHUNGEN Smotrich twitterte ein Foto der Zusammenkunft mit den jüdischen Vertretern und sagte, man habe sich getroffen, um über die Beziehungen zwischen Israel und den jüdischen Gemeinden in Frankreich, die Herausforderungen für französische Juden und eine Stärkung der Aliya (jüdischen Auswanderung nach Israel) zu sprechen.

Bei seinem vergangenen Besuch in Paris hatte Smotrich bei einer Gedenkzeremonie gesagt, es gebe »keine Palästinenser, weil es kein palästinensisches Volk gibt.« Seine Äußerungen waren weltweit scharf kritisiert und auch vom französischen Außenministerium verurteilt worden.

Einen ähnlich kühlen Empfang erlebte Smotrich bereits bei einem Besuch in den USA im März, bei dem ihm die Biden-Regierung fast ein Einreisevisum verweigerte und er von US-Offiziellen gänzlich ignoriert wurde. Auch damals war Smotrich zu einer Wirtschaftskonferenz angereist, bei der es dann zu Buhrufen gegen ihn kam.

Tel Aviv

Angehörige von Opfern des 7. Oktobers warnen vor Hamas: »Die Warnsignale sind wieder da«

Der Oktober-Rat warnt vor dem weiterhin vorhandenen Waffenarsenal der Hamas, ungewöhnliche Aktivitäten und Grenzübertritte von Hamas-Mitgliedern

 25.08.2026

Lod

Ben-Gurion-Flughafen: Chaos mit Ansage

Protokolle einer Sitzung der Flughafenbehörde zeigen, dass Verantwortliche vor dem jüngsten Streik vor Personalmangel und zunehmenden Sicherheitsvorfällen gewarnt hatten

 25.08.2026

Nahost

Israel tötet weitere Hamas-Täter vom 7. Oktober

Jerusalem hat angekündigt, alle am Massaker vom 7. Oktober Beteiligten aufzuspüren

 25.08.2026

Tel Aviv

Rotem Sela und Gal Gadot erklären El-Al-Passagieren das Anschnallen

Während Flugbegleiterinnen Sicherheitshinweise wiedergeben, verlieren Reisende oft das Interesse. Bei El Al dürfte sich dies nun ändern

 25.08.2026

Wahlkampf

Ein Ex-Spion geht in die Politik

Jonathan Pollard, der wegen Spionage für Israel 30 Jahre in Haft saß, schließt sich der Partei »Israel zuerst« an und fordert eine harte zionistische Führung

von Sabine Brandes  25.08.2026

Die brennende Altalena vor der Küste Tel Avivs, 1948

Geschichte

Wrack der »Altalena« auf dem Meeresboden vor Israel gefunden

Viele Jahrzehnte nach ihrer Versenkung ist das Waffenschmugglerschiff entdeckt worden – und entfacht die Erinnerung an eines der bittersten Ereignisse des jungen Staates

von Sabine Brandes  24.08.2026

Die schwedischen Linken-Politiker Hanna Gedin und Jonas Sjöstedt

Jerusalem

Israel verweigert zwei schwedischen EU-Abgeordneten die Einreise

Jonas Sjöstedt und Hanna Gedin von der schwedischen Linkspartei wollen in der vergangenen Nacht anreisen, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu besuchen

 24.08.2026

Umfrage

Mehrheit der Israelis hat im Ausland Angst, sich zu erkennen zu geben

Unter den Bürgern Israels fällt die Einschätzung der israelischen Außenkommunikation besonders kritisch aus

 24.08.2026

Nahost

Israel warnt Hamas wegen mehrerer Flugobjekte

Nach einer Lagebesprechung erklärten Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz, mögliche Angriffe würden sich gegen diejenigen richten, die für die Starts verantwortlich seien

 24.08.2026