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Turm, Alija, Thriller

Turmbau zu Haifa Foto: Flash 90

Turm
Einer der beiden Wasserkühltürme der Ölraffinerie in Haifa ist am vergangenen Freitagmorgen eingestürzt. Die beiden Türme wurden in der britischen Mandatszeit erbaut und gelten als eines der bemerkenswertesten Wahrzeichen der Mittelmeerstadt. Der zweite Turm wird als Besucherzentrum genutzt, in dem Schulungstouren für die Ölraffinerie Haifa stattfinden. Der nun eingestürzte Turm hatte schon seit einiger Zeit Zeichen des Verfalls aufgewiesen und wurde seit 2009 nicht mehr benutzt. »Der Zusammenbruch ereignete sich nach dem Kollaps eines Wandsegments«, sagte ein Vertreter der Firma BAZAN Oil Refineries Ltd. Die Feuerwehr rückte zum Einsatz am Unglücksort an, es gab nach offiziellen Angaben jedoch keine Brandgefahr und keine Verletzten. Die Wassertürme galten als Symbol für die schwere Luftverschmutzung in der Bucht von Haifa, wo die petrochemische Industrie des Landes angesiedelt ist.

Alija
Laut Integrationsministerin Pnina Tamano-Shata erwartet Israel in den nächsten 18 Monaten 90.000 Neueinwanderer. Die Jewish Agency, Nefesh B’Nefesh, Qalita und andere Organisationen, die sich mit Alija befassen, haben festgestellt, dass die Covid-19-Pandemie weltweit zu einem starken Anstieg des Interesses an einer Einwanderung nach Israel unter Juden geführt hat. Anfang des Monats gab etwa die Jewish Agency bekannt, dass sie allein im Jahr 2021 50.000 Einwanderer erwartet – obwohl die Zahl der Einwanderer im Jahr 2020 gegenüber 2019 aufgrund von Flugreisebeschränkungen und anderen Komplikationen aufgrund der globalen Gesundheitskrise zurückgegangen ist. Tamano-Shata hat ihr Ministerium angewiesen, einen Fünfjahresplan für Einwanderung und Integration zu erarbeiten. Die Ministerin, die selbst aus Äthiopien stammt, hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, alle verbleibenden Mitglieder der äthiopischen Falaschmura-Gemeinschaft nach Israel zu bringen. Etwa 7500 Falaschmura sollen derzeit noch in Äthiopien leben.

Thriller
Der Streamingdienst Apple TV+ hat sich die internationalen Rechte an der israelischen Thriller-Serie Tehran gesichert. Hauptfigur ist die junge Mossad-Agentin und Hackerin Tamar (gespielt von Niv Sultan), die in ihrer Geburtsstadt Teheran versucht, einen iranischen Kernreaktor auszuschalten. Nachdem ihr Auftrag scheitert, muss Tamar untertauchen und verliebt sich in einen iranischen Demokratie-Aktivisten. Weitere Darsteller sind Shaun Toub (Iron Man) und Navid Negahban (Homeland), Autor und Produzent ist Moshe Zonder (Fauda). Parallelen zum Computerwurm »Stuxnet«, der 2010 Rechner des iranischen Atomprogramms lahmlegte, sind natürlich rein zufällig.

Baum
Der »Paradiesbaum« kommt nach Erfurt. Das internationale Kunstprojekt – eine acht Meter hohe Stahl- und Kupferkonstruktion – stammt von den israelischen Künstlern Ruth Horam und Nihad Dabeet. »Ich hoffe, dass der Baum gute Energie in die Stadt bringt«, sagte Dabeet, ein israelischer Araber, über den zukünftigen Standort auf dem Petersberg in Erfurt. Am Sonntag sticht das Schiff mit dem Paradiesbaum in See, wie der Mit­initiator des Kunstprojekts, der Intendant der Achava-Festspiele, Martin Kranz, erklärte. Es sei eines der größten deutsch-israelischen Kunstprojekte, so Kranz. Mehr als 60.000 Kupferblätter, die an die Blätter von Olivenbäumen erinnern sollen, haben Dabeet und die 89-jährige Ruth Horam in Handarbeit hergestellt. Im Laufe der Zeit sollen die Blätter eine grüne Patina bekommen. Die Einweihungsfeier ist zum Ende der Achava-Festspiele am 20. September geplant.

Musik
Die Universal Music Group (UMG), eines der drei größten Musik-Label der Welt, expandiert in den Nahen Osten. In der vergangenen Woche hat es Niederlassungen in Marokko und Israel eröffnet. Das marokkanische Büro ist in Casablanca, das israelische in Tel Aviv angesiedelt. Dessen Geschäftsführer Yoram Mokady, der zuvor für den Telekommunikationsanbieter HOT gearbeitet hat, sagte dem Magazin »Variety«, man werde als erste große internationale Musikfirma in Israel nach den besten einheimischen Talenten Ausschau halten. Die Firma werde eng mit örtlichen Partnern und israelischen Start-ups zusammenarbeiten.

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026