Syrien

Tödliche Attacke im Golan

Patrouille israelischer Soldaten auf dem Golan am Sonntag Foto: flash90

Ein israelisches Fahrzeug ist am Sonntag von einer Granate aus Syrien getroffen worden. Dabei wurde ein 14-jähriger Junge getötet; sein Vater und zwei andere wurden schwer verletzt. Wahrscheinlich handelte es sich bei dem Geschoss um eine Panzerabwehrrakete. Israels Verteidigungsminister Moshe Ya’alon machte den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für den Angriff verantwortlich.

Der Teenager Mohammed Karkara war mit seinem Vater in der Nähe des Grenzzaunes in den Golanhöhen unterwegs, um Wasser für die Leute zu bringen, die an der Anlage arbeiten. Plötzlich explodierte der Wagen, in dem er saß, durch einen direkten Treffer von der anderen Seite.

Provokation Ya’alon sprach der Familie des Jungen sein Beileid aus und erklärte, dass die Armee »gegen jegliche Angriffe oder Provokationen auf Israels Souveränität aggressiv vorgehen werde«. Im Anschluss an die tödliche Attacke beschoss die israelische Luftwaffe verschiedene Ziele der syrischen Armee im Golan.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu telefonierte mit dem Vater des Getöteten, Fahmy Karkara. Bei einem Treffen jüdischer Medienleute aus aller Welt sagte der Premier in Jerusalem: »Die Feinde des Staates Israel schrecken vor nichts zurück. Sie zögern nicht, Zivilisten oder sogar Kinder zu ermorden. Sie unterscheiden auch nicht zwischen jüdischen oder nichtjüdischen Bürgern. Unsere Herzen sind von den Entführungen und dem Töten jeglicher Kinder von Schmerz zerrissen.«

Granate Medien in Israel berichteten nach Gesprächen mit Rebellenvertretern, dass es sich um eine wärmegesteuerte Granate gehandelt haben könne. In der Internetzeitung »Times of Israel« erklärte einer der Kommandanten der Freien Syrischen Armee, dass die Assad-Truppen diese Art von Waffen neuerdings in der Region gegen die Aufständischen einsetzten. Das israelische Militär bestätigte dies allerdings nicht.

Der Angriff im Norden verstärkt die derzeit angespannte Sicherheitslage Israels. Seit eineinhalb Wochen sucht die Armee fieberhaft im Westjordanland nach den drei entführten Jungen Naftali Frenkel, Gilad Shaar und Eyal Yifrach. Im Zuge der Militäroperation »Wächter der Brüder« (Brothers’ Keeper) sind bereits mehr als 1000 Häuser durchsucht und mehrere Hundert Hamasmitglieder festgenommen worden.

Die drei Israelis wurden vermutlich beim Trampen auf dem Weg von ihrer Jeschiwa nach Hause in der Nähe von Hebron gekidnappt. Die israelische Regierung geht davon aus, dass die Hamas im Gazastreifen dahinter steckt.

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026