Tel Aviv

Tausende demonstrieren für Ran Gvili und Sudthisak Rinthalak

Itzik Gvili, der Vater von Ran Gvili, bei der Kundgebung am Samstag Foto: Copyright (c) Flash90 2025

Bei einer weiteren Großkundgebung in Tel Aviv haben am Samstagabend mehrere Tausend Menschen die Rückführung der beiden verbliebenen Geisel-Leichen aus dem Gazastreifen gefordert. Die Angehörigen warnten vor einer politischen Normalisierung, solange Hamas die sterblichen Überreste der Verschleppten nicht herausgibt, und erneuerten zugleich ihre Kritik an der Regierung.

Auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv trat erneut Itzik Gvili auf, dessen Sohn Ran am 7. Oktober 2023 als Polizeibeamter im Kibbuz Alumim von der palästinensischen Terrororganisation ermordet und anschließend verschleppt worden war. Auch die Leiche des thailändischen Landarbeiters Sudthisak Rinthalak befindet sich weiterhin in Gaza.

Gvili machte klar: Aus Sicht der Familien müsse jede weitere Phase der Waffenruhe blockiert bleiben. Es dürfe »keinen nächsten Schritt« geben, solange Hamas die beiden Leichen nicht zurückgebe. Die Terrororganisation behauptete zuletzt, nach den Körpern zu suchen. Gvili sagte jedoch: »Wir sehen keinerlei Fortschritt. Sie spielen mit uns, und das muss jetzt aufhören.«

Forum reduziert Aktivitäten

Er erinnerte an den Einsatz der Polizisten am Tag des Massakers: Sein Sohn habe damals »Schulter an Schulter, als Einheit« mit seinen Kameraden gekämpft, ohne nach Herkunft oder Hintergrund der Menschen zu fragen, denen sie zu Hilfe kamen.

Lesen Sie auch

Das Forum der Geisel- und Vermisstenfamilien hatte bereits angekündigt, seine regelmäßigen Protestaktionen deutlich zu reduzieren, weil nur noch zwei tote Geiseln in Gaza gehalten werden. Ob es künftig noch weitere Großdemonstrationen geben wird, ließ die Gruppe offen.

In Jerusalem wurde am Samstagabend zudem das Geiseln-Zelt abgebaut, das fast zwei Jahre lang nahe der Residenz des Ministerpräsidenten stand. Die Aktivisten verabschiedeten sich mit einer kleinen Zeremonie.

Kritik an der Regierung

Bei der Kundgebung sprach auch Jon Polin, Vater der ermordeten Geisel Hersh Goldberg-Polin. In einer kurzen Rede auf Englisch erinnerte er an die biblische Erzählung, in der sich Jakob seiner eigenen Identität stellt. Daraus leitete er einen Appell ab: Fehler zuzugeben sei schwierig, aber notwendig, um Spaltungen zu überwinden und das »Potenzial des Volkes Israel« auszuschöpfen.

Andere Angehörige wurden deutlicher. Eyal Eshel, Vater der getöteten Aufklärungssoldatin Roni Eshel, sprach von einer »nationalen Schande«, solange die Leichen Gavlis und Rinthalaks nicht heimgebracht würden. Die politische Führung wolle sich der Verantwortung entziehen: »Statt eine Lösung zu suchen, sehen wir eine Führung, die davonläuft.«

Eshel warf der Regierung vor, die Einrichtung einer unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission zu blockieren: »Die Regierung Israels tut alles, um eine staatliche Kommission zu verhindern. Das ist nicht nur Angst – es ist eine bewusste Manipulation.« ja

Jerusalem

Ben-Gvir präsentiert israelische Fahne auf dem Tempelberg

Ausschreitungen und anti-arabische Gesänge während israelischen »Flaggenmarsches« – Polizei nimmt 13 Randalierer fest

 14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Israel

Netanjahus Gesundheit vor Gericht

Der Premier erklärt sich in Verleumdungsprozess für »topfit« – doch Widersprüche bei Angaben zu seiner Krebsbehandlung werfen neue Fragen auf

von Sabine Brandes  14.05.2026

Nahost

Drei israelische Zivilisten durch Hisbollah-Sprengstoffdrohne verletzt

In der Mitteilung der israelischen Armee war die Rede von einem schweren Verstoß der Hisbollah gegen die Waffenruhe

 14.05.2026

Westjordanland

»Peace Now«: Friedensaktivist von Siedlern im Gesicht verletzt

Der Leiter von »Peace Now«, Lior Amichai, wurde nach Angaben der Organisation von gewalttätigen Siedlern geschlagen

 14.05.2026

Israel

Neue Hoffnung auf günstige Flugtickets

Nach monatelangen Flugausfällen kehren internationale Airlines zurück – Lufthansa und Wizz Air machen den Anfang

von Sabine Brandes  14.05.2026

Israel

Parlamentswahl könnte vorgezogen werden

Der Vorsitzende der Regierungskoalition, Ofir Katz, reichte einen entsprechenden Gesetzesentwurf zur Auflösung der Knesset ein

 14.05.2026

Nahost

Netanjahus Büro: Premier hat während Iran-Kriegs heimlich Emirate besucht – der Golfstaat dementiert

Laut dem Büro des Regierungschefs habe der Besuch zu »einem historischen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten« geführt

 14.05.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026