Weltall

Studie: Viele ferne Planeten könnten über Wasser verfügen

Foto: picture alliance / Zoonar

Ein internationales Forscherteam aus Israel und den USA hat herausgefunden, dass viele Planeten vom Typ Sub-Neptun möglicherweise deutlich wasserreicher sind als bisher angenommen. Nach einer in »Nature« veröffentlichten Studie könnten diese Planeten Wasser nicht nur aus eisigen Materialien aus der Ferne erhalten haben, sondern es direkt in ihrem Inneren produzieren. Sub-Neptun-Planeten sind ferne Himmelskörper, die größer als die Erde, aber kleiner als der Planet Neptun sind.

»Unter den extremen Druck- und Temperaturbedingungen in Sub-Neptun-Planeten kann dichter Wasserstoff mit geschmolzenem Gestein reagieren und große Mengen Wasser bilden«, erklärt Prof. Dan Shim von der Arizona State University. Gemeinsam mit Prof. Alona Vazan von der Open University of Israel simulierte das Team im Labor Bedingungen, wie sie im Inneren solcher Planeten herrschen: Druck von mehreren Gigapascal und Temperaturen von rund 2700 Grad Celsius. Dabei reduzierten Wasserstoffatome Eisen und Silizium im Magma, wobei Sauerstoff freigesetzt wurde, der sich mit Wasserstoff zu Wasser verband.

Frühere Modelle gingen nur von minimalen Wassermengen aus. Die neuen Experimente zeigen jedoch eine 2.000- bis 3.000-fach höhere Produktion. »Selbst Planeten, die ursprünglich aus trockenen Materialien entstanden sind, können später erhebliche Mengen Wasser enthalten«, betont Prof. Vazan.

Lesen Sie auch

Die Ergebnisse könnten auch erklären, warum manche Sub-Neptun-Planeten extrem nahe an ihrem Stern kreisen. Shim fügt hinzu: »Unsere Studie verändert die Erwartungen darüber, welche Planeten wasserreich werden könnten.«

Darüber hinaus zeigen Computersimulationen, dass sich das Wasser durch Konvektion im Planeteninneren verteilen kann, sodass die Produktion über Milliarden Jahre fortgesetzt werden kann, solange geschmolzene Silikate vorhanden sind. Dies könnte dazu führen, dass Wasser irgendwann die Oberfläche oder Atmosphäre erreicht.

Die Studie wirft ein neues Licht auf die Entstehung und Entwicklung von Exoplaneten und stellt die bisherige Annahme infrage, dass die Umlaufbahn eines Planeten direkt über seinen Wassergehalt entscheidet. im

Knesset-Wahl

Herzog lotet Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

 04.11.2026

Wahl

Koalitionskampf und Politpoker

Weder Benjamin Netanjahu noch Gadi Eisenkot konnten sich die Mehrheit sichern. Wie geht es weiter?

von Sabine Brandes  04.11.2026

Tel Aviv

Wie Andrea Kiewel sich endlich traute

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026

Nachrichten

Wein, Stadt, Börse

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Midterm-Wahlen

Israels Opposition hofft auf Neustart der Beziehungen zu Amerika

Israels oppositionelle Demokraten freuen sich über den Wahlsieg ihrer US-Parteifreunde und hoffen auf eine künftige Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern

 04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Israel nach der Wahl

Wahlprüfung in Israel abgeschlossen - Streit geht weiter

Das Wahlkomitee in Israel sieht keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten mit Folgen für das Ergebnis. Dennoch spitzt sich der Streit zwischen der bisherigen Regierung und der Opposition gefährlich zu

 04.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  03.11.2026