Israel

Straßenkatzen dürfen bleiben

Jerusalemer Straßenkatzen Foto: Flash 90

Nicht ohne unsere Katzen: Nach heftigen Protesten von Tierschützern und der Opposition hat Israels Landwirtschaftsminister Uri Ariel seine umstrittene Empfehlung zurückgenommen, Tausende von Straßenkatzen außer Landes zu bringen.

Mit seinem Vorstoß wollte der religiöse Minister der Partei »Jüdisches Haus« die Zahl der Straßenkatzen im Einklang mit dem jüdischen Religionsgesetz verringern, anstatt sie wie bisher sterilisieren oder kastrieren zu lassen.

Gebot In Israel leben unzählige Straßenkatzen, viele von ihnen ernähren sich von Essensresten in Mülleimern. In welche Länder Ariel die israelischen Katzen bringen lassen wollte, blieb unklar. Laut einem Bericht der Online-Zeitung »ynet« hatte der Minister seine ursprüngliche Empfehlung, die Katzen ins Ausland zu schaffen, mit dem biblischen Gebot »Seid fruchtbar und mehret euch« begründet.

Nachdem Oppositionspolitiker sich darüber mokiert hatten, hat der Minister, der den Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland befürwortet, seine Empfehlung laut Medienberichten modifiziert: Israels Behörden sollten lediglich damit aufhören, Straßenkatzen zu sterilisieren und Straßenkater zu kastrieren. Das Geld solle stattdessen für Forschungszwecke eingesetzt werden.

Landwirtschaftsministerium und Umweltministerium geben laut der Tageszeitung »Haaretz« jährlich knapp eine Million Euro für Sterilisation und Kastration von Katzen aus. Laut dem Bericht wollen Tierschützer am Dienstag das Oberste israelische Gericht anrufen, um gegen die Entscheidung des Ministers zu protestieren.

Facebook Sowohl Beamte des Umweltministeriums als auch oppositionelle Politiker liefen Sturm gegen Ariels Empfehlung. Zipi Livni von der Mitte-Links-Partei »Zionistisches Lager« postete auf Facebook ein Bild von sich selbst und einer schwarzweiß gestreiften Katze (www.facebook.com/tzipilivni). Dazu die Parole: »Niemals werde ich einen Pass für meine Kleine beantragen.«

Tamar Zandberg von der linksgerichteten Meretz-Partei schickte Ariel einen Brief, in dem sie erklärte: »Die Kastration und Sterilisation von Straßenkatzen ist der einzige Weg, um ihre unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Das Ende dieses Programms wird dazu führen, dass jedes Jahr mehr kleine Katzen geboren werden und mehr Katzen an Hunger, Durst und Austrocknung sterben.«

Reisen

Airlines erweitern Flüge nach Israel

Nach der Entspannung im Irankrieg stockt die Lufthansa-Gruppe ihre Flüge nach Tel Aviv wieder auf. Auch Condor startet bald regelmäßige Verbindungen

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  01.07.2026

Libanon

Erster Schritt zum Frieden?

Jerusalem und Beirut begrüßen das überraschende Abkommen. Die Terrormiliz Hisbollah weist es entschieden zurück

von Sabine Brandes  01.07.2026

Israel

»Ich habe ein bisschen abgenommen«

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird in einem Interview gefragt, wie der 7. Oktober ihn persönlich verändert habe. Seine Antwort sorgt für heftige Kritik von der Opposition

 01.07.2026

Jerusalem

Israelische Polizei nimmt mutmaßlichen Iran-Spion fest

Der 20-jährige US-Bürger soll gegen Geld Ziele für das Mullah-Regime ausgespäht haben

 01.07.2026

Libanon

Hisbollah: Netanjahu befiehlt Zerstörung der Terrorinfrastruktur

Israels Ministerpräsident weist die Armee an, alle ober- und unterirdischen Anlagen der Hisbollah im Südlibanon zu zerstören. Einen Truppenrückzug schließt er vorerst aus

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Folgen des 7. Oktober

Israel tötet Peiniger von Rom Braslavski

Rund zwei Jahre lang wurde der Deutsch-Israeli von Terroristen des Islamischen Dschihad gequält. Als er von der Tötung »Abu Yusufs« hört, bricht er in Tränen aus

 30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026