Medien

Springer kauft yad2

Israels größte und erfolgreichste Kleinanzeigenseite Foto: screenshot: JA

Israel ist ein Land der hohen Preise. Wenn die Bewohner des Nahost-Staates günstig einkaufen wollen, schauen sie zuerst ins Internet. Die Website yad2.co.il bietet von Wohnungen über Autos bis zu Spielzeug und Werkzeugen fast alles, was das Herz des preisbewussten Israelis begehrt – zweiter Hand. Nun will der Axel Springer Verlag die erfolgreiche Site kaufen.

Yad2 steht für »zweite Hand«. Das Rubrikenportal ist nicht nur Israels größte, sondern gleichsam mit Abstand erfolgreichste Kleinanzeigenseite. Wer in Israel etwas anbieten möchte oder auch sucht, surft zuallererst bei www.yad2.co.il vorbei.

Verkauf Mehr als 160 Millionen Euro (806 Millionen Schekel) könnten bei dem Verkauf fließen, wird yad2-Eigentümer Bezeq in den inländischen Medien zitiert. Bezeq ist Israels nationaler Telefonanbieter.

Derzeit stehen die Verhandlungen bei 787,5 Millionen Schekel, doch es sei wahrscheinlich, dass eine höhere Summe erzielt wird, hieß es. Außerdem gebe es verschiedene andere Bedingungen für den Deal, etwa die, dass Bezeq und dessen Internet-Einheit Walla zwei Jahre lang nicht erneut in den Markt der Kleinanzeigen einsteigen dürfen.

umsätze
In den vergangenen vier Jahren hatte yad2 seine Umsätze von 15 auf 70 Millionen Schekel jährlich gesteigert. »Es war uns wichtig, dass wir einen Käufer finden, der den kontinuierlichen Erfolg und die Entwicklung von yad2 weiterführt«, sagte Walla-Geschäftsführer Ilan Jeshua auf einer Pressekonferenz. »Der Axel Springer Verlag ist ein strategischer Investor, der eine Vielzahl von Kleinanzeigen-Werbe-Sites auf der ganzen Welt besitzt.«

Axel Springer Digital Classifieds ist ein Joint-Venture, das zu 70 Prozent dem Springer Verlag gehört, der unter anderem die »Bild«-Zeitung herausbringt.

Nachrichten

Erfrischung, Iran, Design

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  24.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  24.06.2026

Nachruf

Der Mann, der die Farben bewegte

Yaacov Agam, Israels wohl berühmtester Künstler, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Bekannt wurde der Pionier der kinetischen Kunst vor allem durch seinen Brunnen auf dem Dizengoff-Platz in Tel Aviv

von Sabine Brandes  24.06.2026

Jerusalem

Schin Bet ermittelt wegen Betäubungsmitteln in Babynahrung

Seit einer Woche versuchen das israelische Gesundheitsministerium und die Polizei zu ergründen, wie Sedative in Babynahrung landen konnten. Jetzt ist auch der Inlandsgeheimdienst beteiligt

 24.06.2026

Massaker des 7. Oktobers

»Ich stehe hier nicht als Statistik, ich bin Überlebende«

Ilana Gritzewsky, ehemalige Geisel in Gaza und Überlebende sexualisierter Gewalt, sprach vor dem UN-Menschenrechtsrat

von Sabine Brandes  24.06.2026

Wahlkampf

»Neuer Gesellschaftsvertrag«: Bennett stellt Reformprogramm vor

Ein Schwerpunkt seines Plans liegt im Bildungsbereich. Bennett fordert ein System, das sich am Niveau privater Schulen orientiert, aber öffentlich finanziert bleibt

 24.06.2026

Genf/Jerusalem

Neuer UN-Bericht beschuldigt Israel schwer – Jerusalem weist Vorwürfe entschieden zurück

Der UNHRC bezichtigt den jüdischen Staat schwerer Verstöße bis hin zu einem angeblichen Völkermord. Die Israelis wehren sich

 24.06.2026

Israel

Schönheit mit Narben

Designer entwerfen Kleidung für kriegsversehrte Soldaten, um im öffentlichen Raum auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen. Zu Besuch bei einer Modenschau in Tel Aviv

von Sabine Brandes  23.06.2026

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026