Israel

Skandal um Sex und Drogen

Beteuert seine Unschuld: Eyal Golan Foto: Flash 90

Der Fall ist Gesprächsthema Nummer eins: Der prominente Sänger Eyal Golan wird verdächtigt, Sex mit Minderjährigen gehabt zu haben, zudem geht es um Drogen. Im Visier der Ermittlungen sind ein weiterer Popstar sowie Golans 61-jähriger Vater Dani Biton. Letzterer soll einem der Mädchen Geld bezahlt haben. Auslöser war die Anzeige eines 15-jährigen Mädchens gegen Golan. Demnach soll der Sänger und Fernsehmoderator nach einem Konzert in Caesarea hinter der Bühne Sex mit dem Teenager gehabt haben. Auf die Anzeige hin meldeten sich weitere junge Frauen.

Die Ermittlungen im Showmilieu lieferten den israelischen Zeitungen eine Woche lang Schlagzeilen – obwohl das Gericht eine Nachrichtensperre verhängt hatte. Trotzdem wusste jeder, um wen es sich bei dem Verdächtigen handelte, der Name kursierte längst im Internet. Vergangenen Mittwoch wurde Golan für fünf Tage unter Hausarrest gestellt und 13 Stunden lang verhört.

Hapoel Der 42-jährige Star vertritt den orientalischen Misrachi-Musikstil, der vor allem bei aus Nordafrika und dem Nahen Osten stammenden Juden beliebt ist. Vor seiner Karriere als Sänger spielte er Fußball bei Hapoel Marmorek, einem Team aus Rehovot, wo er geboren ist. Seine Rolle als Jurymitglied in der erfolgreichen Castingshow Rising Star wolle Golan während der laufenden Ermittlungen ruhen lassen, teilten die Produzenten der auf Channel 2 ausgestrahlten Sendung mit. Auch die nächste Staffel der Talentshow Eyal Golan ruft Dich an werde zunächst nicht gedreht.

Am Sonntag wurde der Hausarrest für Golan aufgehoben. Wahrscheinlich werde die Staatsanwaltschaft keine Anklage gegen ihn erheben, berichtete Haaretz. Die Beweise gegen den prominenten Popstar reichten wohl nicht aus, die Aussagen der vernommenen Mädchen seien widersprüchlich. Golan leugnet den Geschlechtsverkehr nicht, aber es sei unklar, ob er wissen konnte, dass die Opfer noch keine 16 Jahre alt waren.

Ab dieser Altersgrenze ist in Israel einvernehmlicher Sex nicht strafbar. Wesentlich ergiebiger seien die Ergebnisse der drei Monate lang verdeckt geführten Ermittlungen gegen eine Reihe von Männern im beruflichen und privaten Umfeld des Sängers, wie etwa dessen Vater. Dieser und ein weiterer Mann bleiben in Untersuchungshaft.

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Politik

Netanjahu-Vertrauter rechnet mit Likud ab

Der langjährige Likud-Politiker Zachi Hanegbi will am 27. Oktober erstmals seit fast 50 Jahren nicht für den Likud stimmen. In einem Zeitungsbeitrag nannte der 69-Jährige die Gründe

von Sabine Brandes  22.10.2026

Israel

Eizenkot: »Werde in keine Regierung mit Netanjahu eintreten«

Der Herausforderer des Regierungschefs hat ausgeschlossen, mit ihm eine Koalition einzugehen, und kritisiert den Premier für dessen Versagen vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  22.10.2026

Wahlen

»Ein Geschenk an Israels Feinde«

Yair Lapid wirft Israels Premier Netanjahu vor, mit Provokationen gegenüber dem Iran aus Wahlkampfkalkül die Sicherheit des Landes aufs Spiel zu setzen

von Sabine Brandes  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Nahost

Israelische Kampfjets fliegen bis an iranische Grenze – Sorge vor Eskalation vor der Wahl

Was passierte im Luftraum über Syrien und dem Irak und warum?

 22.10.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Alle Feinde Israels wollen, dass ich verliere«

Der israelische Ministerpräsident wirft Iran und verbündeten Gruppen vor, die bevorstehende Wahl beeinflussen zu wollen

 22.10.2026

Gaza/Jerusalem

Hamas droht mit neuem Angriff nach dem Muster des 7. Oktober

Die palästinensische Terrororganisation hat Israel über einen UN-Vermittler mit einem weiteren Massaker gedroht haben. Die Warnung bezieht sich auf mögliche Anschläge in Israel und im Ausland

 22.10.2026

Israel

Knessetwahl: Soldaten können bereits abstimmen

In weniger als einer Woche wählt Israel ein neues Parlament. Bereits jetzt dürfen Soldaten die Wahlkabinen betreten - diese werden ihnen bis in den Libanon und nach Syrien gebracht

 21.10.2026