Nahost

Siedler greifen Dörfer im Westjordanland an

Eine israelische Siedlung im Westjordanland Foto: picture alliance / newscom

Israelische Siedler haben nach palästinensischen Medienberichten erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Im Umkreis der palästinensischen Städte Dschenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Es sei erheblicher Sachschaden entstanden. In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden bei den verschiedenen Vorfällen insgesamt sieben Palästinenser verletzt. 

Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, in der Nacht seien Soldaten und Polizeikräfte in mehrere palästinensische Dörfer im Westjordanland entsandt worden, »nachdem Meldungen eingegangen waren, dass israelische Zivilisten Brandstiftungen an Gebäuden und Eigentum begangen sowie Störungen in der Gegend verursacht hatten«. Man verurteile »jegliche Form von Gewalt und werden weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bewohner und die öffentliche Ordnung in der Region zu gewährleisten«. 

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Erheblicher Anstieg der Siedlergewalt

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren ist es auch im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser in dieser Woche als »moralisch und ethisch inakzeptabel« verurteilt. 

Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler. Israels Premierminister Netanjahu und Israels Staatspräsident Herzog etwa verurteilen die Siedlergewalt in scharfen Worten und rufen dazu auf, diese entschieden zu bestrafen. dpa/ja

Kommentar

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