Israel

Sderot geht mit Drohnen gegen Hundekot vor

Die Stadtverwaltung von Sderot will mit Drohnen gegen Hundehalter vorgehen, die die Häufchen ihrer Vierbeiner nicht wegräumen oder sich nicht an die Leinenpflicht halten (Archivfoto) Foto: copyright (c) Flash90 2025

In der südisraelischen Grenzstadt Sderot sollen Drohnen regelmäßig über Parks, Straßen und Grünanlagen fliegen – allerdings nicht aus Sicherheitsgründen. Die Stadtverwaltung will damit ein alltägliches Ärgernis bekämpfen: Hundekot im öffentlichen Raum. »Ynet« berichtete.

Die Geräte sind mit intelligenten Kameras ausgestattet und sollen Verstöße in Echtzeit erkennen. Wer dabei erwischt wird, die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht zu beseitigen, muss mit einer Geldstrafe von umgerechnet rund 475 Schekel (130 Euro) rechnen. Nach Angaben der Stadt sollen die Drohnen außerdem dazu beitragen, Leinenpflichten durchzusetzen sowie zu überprüfen, ob Hunde registriert, gechippt und geimpft sind.

Die Stadtverwaltung kündigte an, man werde »keine Toleranz gegenüber jenen zeigen, die eine Gefahr hinterlassen«. In besonders problematischen Bereichen werde die Überwachung verstärkt, um öffentliche Plätze sauber und sicher zu halten. Bei einem ersten Verstoß könne allerdings nach Ermessen der Kontrolleure auch eine Verwarnung ausgesprochen werden.

Lesen Sie auch

Ein erfahrener städtischer Inspektor, der eine der Drohnen steuern wird, beschrieb die Vorteile der Technik gegenüber »Ynet«: »Wenn ich einen Verstoß feststelle, kann ich einen Kollegen schicken oder selbst hinfahren. Früher bin ich einmal 45 Minuten einem streunenden Hund zu Fuß gefolgt, bis ich sein Zuhause gefunden hatte – heute übernimmt das die Drohne.«

Sderots Bürgermeister Alon Davidi betonte, die Maßnahme solle vor allem das Zusammenleben verbessern. »Es geht darum, gegenseitigen Respekt und Lebensqualität zu bewahren. Saubere öffentliche Räume ermöglichen es Kindern, sicher zu spielen, und Eltern, entspannt spazieren zu gehen. Technologie ist ein Werkzeug, das uns hilft, diese Lebensqualität zu schützen.« im

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Israel

Dafür stehen die arabischen Parteien in Israel

Die arabisch geprägten Parteien in Israel haben bei der Parlamentswahl überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Wofür setzen sie sich ein, was sind ihre Ziele?

 28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026