In Israel kehren viele Beschäftigte nach Beginn des Krieges mit Iran erstmals wieder an ihre Arbeitsplätze zurück. Die Schulen bleiben jedoch weiterhin geschlossen. Der Unterricht findet vorerst ausschließlich online statt. Das Home Front Command der israelischen Armee (IDF) hatte zuvor bestehende Einschränkungen gelockert und die Wirtschaft nur noch in einem begrenzten Rahmen reguliert. Israelische Medien berichteten.
Die Lockerungen erlauben nun den meisten Unternehmen, wieder Präsenzarbeit zuzulassen, sofern Beschäftigte im Ernstfall schnell Schutzräume erreichen können. Bildungseinrichtungen dürfen jedoch noch nicht öffnen.
Die Entscheidung sorgt für Unmut bei Eltern und Politikern, da viele Familien vor einem Dilemma stehen: Entweder müssen sie ihre Kinder zu Hause betreuen und riskieren Einkommensverluste, oder sie kehren an den Arbeitsplatz zurück und können sich nicht um die Kinderbetreuung kümmern.
Erneute Einschätzung
Die teilweise Wiederaufnahme der Arbeit geht auch auf Druck des Finanzministeriums zurück. Ziel ist es, wirtschaftliche Schäden zu begrenzen, die ohne Lockerung der Restriktionen auf bis zu 9,4 Milliarden Schekel pro Woche (ca. 2,6 Milliarden Euro) hätten anwachsen können.
Laut »Ynet« dürfen Eltern, deren Kinder aufgrund der Schulschließungen zu Hause bleiben müssen, nicht gekündigt werden. Dies gilt für Kinder bis 14 Jahre, wenn besondere Bildungsbedürfnisse vorliegen. Allerdings sind Arbeitgeber nicht verpflichtet, die Gehälter für diese Tage zu zahlen, und können verlangen, dass fehlende Arbeitstage aus dem Jahresurlaub genommen werden.
Das Home Front Command wird über das Wochenende eine erneute Einschätzung vornehmen, die möglicherweise eine Öffnung der Schulen ab nächster Woche erlauben könnte.
»Unkoordiniert und verwirrend«
Oppositionsführer Yair Lapid kritisierte die Vorgehensweise der Regierung als unkoordiniert und verwirrend. Besonders problematisch sei die Situation in der Sonderpädagogik, »wo es keine Lösung für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen gibt«, schrieb Lapid auf X.
Auch der Yesh Atid-Abgeordnete Yorai Lahav Hertzanu hinterfragte im Knesset-Innenausschuss die Rückkehr zur Arbeit ohne offene Bildungseinrichtungen: »Was sollen Eltern tun, wenn ihre Kinder zu Hause sind und keine schulische Betreuung erhalten?« im