Antisemitismus

Schriftstellerin Funk lebt lieber in Tel Aviv

Mirna Funk Foto: picture alliance/dpa

Die in Ost-Berlin geborene Schriftstellerin Mirna Funk (»Winternähe«) zieht das Leben in Tel Aviv trotz Terror- und Kriegsgefahr dem Leben in Berlin vor. Der Alltag in Israel sei »viel normaler«, sagte Funk dem »Berliner Tagesspiegel« (Donnerstag/Print): »Hier in Berlin kam mir der Alltag viel angespannter vor, da lag immer so eine Art Angstvibration drunter.«

Die Juden in Berlin lebten isoliert, »die haben alle ihre nichtjüdischen Freunde verloren«, sagte Funk. Das sei für sie kein Leben. Die Schriftstellerin ist nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mit ihrer Tochter nach Israel gezogen und seit Sommer 2024 israelische Staatsbürgerin.

Jüdische Künstler in Deutschland unter Druck

Funk, die aktuell in Berlin eine Ausstellung mit israelischen Künstlerinnen und Künstlern kuratiert, sieht jüdische Künstler durch den Nahost-Konflikt unter Druck: »Die wollen inzwischen weder mit ihrer jüdischen noch mit ihrer israelischen Identität in Kontakt gebracht werden, weil sie Angst davor haben, dass irgendjemand ein Statement von ihnen einfordert, beispielsweise im Fall einer Gruppenausstellung.«

Da seien dann andere Künstler dabei, »die von ihnen fordern, dass sie mindestens einmal öffentlich den Genozid Israels an der palästinensischen Bevölkerung anerkennen«. Oder die israelischen Künstler würden als Zionisten oder Genozid-Supporter beschimpft. »Und welcher Galerist, welcher Kurator traut sich dann, diesen Konflikt auszutragen«, so Funk. epd

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

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