Alija

Schluss nach 30 Jahren

Ankunft in Israel Foto: Flash 90

Sie sollen die Letzten sein. Am Mittwochnachmittag landeten 450 Männer, Frauen und Kinder mit zwei Charterflügen in Israel. Hunderte von Familienangehörigen, aufgelöst in Freudentränen, warteten auf die Neuankömmlinge. Viele der Olim Chadaschim aus Äthiopien winkten mit Israel-Fähnchen.

Nach fast 30 Jahren geht damit die Alija aus Äthiopien zu Ende. In den vergangenen drei Jahren hatte die Regierung in Jerusalem mit der Aktion »Flügel der Taube« 7500 der sogenannten Falaschmura ins Land geholt. Die äthiopischen Juden sind im 19. und 20. Jahrhundert zum Christentum konvertiert, weil sie als Juden Verfolgung fürchten mussten. Die meisten von ihnen behielten ihre Traditionen aber bei und lebten nach jüdischen Regeln in engen Gemeinschaften.

Jedoch war dieser Tag nicht für alle ein Grund zur Freude. Denn Tausende der Falaschmura sollen noch im äthiopischen Gondar leben. Obwohl sich die meisten von ihnen um eine Erlaubnis zur Alija bemüht hatten, erkannte Israel sie nicht an. Das ist nicht für alle verständlich. Der Knessetabgeordnete Dov Lipman (Jesch Atid) etwa drängte die Regierung, weitere Menschen aufzunehmen. »Ich habe Gondar im vergangenen Jahr besucht. Ich habe die Tränen der Menschen gesehen. Ihre Motivation, nach Israel zu gehen, hat mich inspiriert. Wir werden sie nicht zurücklassen.«

Proteste Hunderte von äthiopischstämmigen Israelis demonstrierten am selben Tag der Ankunft vor dem Büro des Premierministers in Jerusalem und forderten, dass auch ihre Liebsten aus der ehemaligen Heimat in den jüdischen Staat geholt werden.

Doch dass dies in nächster Zukunft geschehen wird, ist unwahrscheinlich. Die Jewish Agency, zuständig für die Alija aus allen Ländern der Erde, hat die Einwanderung aus dem ostafrikanischen Land für abgeschlossen erklärt. Ein Zeichen dafür war die Übergabe des Schlüssels der jüdischen Schule in Gondar. In der vergangenen Woche hatte der Vorsitzende der Jewish Agency, Natan Sharansky, ihn an den Bürgermeister von Gondar übergeben.

»2500 Jahre haben Juden in Gondar gelebt – und ihre Sehnsucht nach ihrem Heimatland ist nie geschwunden«, erklärte Sharansky vor Ort. »Jetzt ist ihre Tausende von Jahren andauernde Reise abgeschlossen.«

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

Hightech

Zu Besuch im Silicon Wadi

Israels größter Technologiepark will IT-Talente nach Haifa locken. Das ist gar nicht so einfach

von Valentin Suckut  18.07.2026

Kommentar

Warum ich mit der SPD fertig bin

Eine späte Einsicht ist besser als gar keine, oder?

von Imanuel Marcus  18.07.2026

Jerusalem

Herzog im saudischen Fernsehen: »Mein Traum ist Frieden mit Saudi-Arabien«

Der israelische Präsident äußert sich auch zu den Themen Iran, Syrien, Libanon und Gaza: »Mein Herz schmerzt um jeden unschuldigen palästinensischen Zivilisten, der getötet wird.«

 17.07.2026

Jerusalem

Knesset verabschiedet umstrittene Medienreform – Opposition zieht vor Gericht

Das Gesetz erweitert den Einfluss der Regierung auf den Nachrichtenmarkt erheblich. Nach der Verabschiedung reichten mehrere Organisationen und Oppositionsparteien Klagen beim Obersten Gerichtshof ein

 17.07.2026

Neue Umfrage

Netanjahus Koalition stürzt auf 48 Sitze ab – Opposition kommt auf 62

In Israel zeichnet sich nur gut drei Monate vor der Wahl ein deutlicher Stimmungsumschwung ab

 17.07.2026