Nachrichten

Rennen, Liste, Therapie

Bricht Rekorde: Lonah Chemtai Salpeter Foto: imago images/AFLOSPORT

Rennen
Sie ist eine der schnellsten Frauen der Welt. Am vergangenen Sonntag gewann Lonah Chemtai Salpeter den Tokio-Marathon mit 2:17:45. Damit brach sie nicht nur ihren eigenen Rekord, sondern auch den des prestigeträchtigen Rennens in Japan. Damit ist die in Kenia geborene Israelin die sechstschnellste Marathon-Läuferin aller Zeiten. Nach dem Lauf sagte sie, sie sei »sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis«. Es sei das Resultat von Monaten harter Arbeit, und zudem seien die Bedingungen in Tokio perfekt gewesen. Im September 2019 hatte Chemtai Salpeter bereits einen neuen Rekord für die 10-Kilometer-Strecke aufgestellt. Sie lief das »Tilburg Ten Miles«-Rennen in 30:04 und brach damit den alten Rekord um 17 Sekunden.

Liste
Zum zweiten Mal in Folge hat das Magazin »Newsweek« das Sheba-Krankenhaus zu einer der Top-10-Kliniken weltweit gewählt. Sheba landete auf Rang 9 und damit einen höher als im Jahr zuvor. Generaldirektor Yitzhak Kreiss sagte: »Ich bin begeistert, noch einmal auf dieser Liste zu stehen. Es ist der Beweis für ein weiteres Jahr innovativer medizinischer Leistungen, die die ganze Welt beeinflussen.« Besonders stolz sei er auf die 9100 medizinischen Experten, die im Sheba arbeiten. Sie fänden neue Wege, um den Patienten die beste Pflege zu bieten. »Im Sheba haben wir das Motto: ›Die Hoffnung kennt keine Grenzen‹.«

Preise
Acht Jahre nach den Sozialprotesten sind die Preise nach wie vor viel höher als in anderen westlichen Nationen. Laut einem Bericht der OECD lagen sie im Jahr 2019 19 Prozent über dem Durchschnitt von 36 Ländern. (2018 waren es 18 Prozent.) Zahlen des Recherche- und Informationszentrums der Knesset zeigen, dass vieles in Israel tatsächlich noch teurer ist, denn die Preise in einem Land werden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gemessen. Das lag 2018 bei 41.700 Dollar. Demzufolge müssten die Preise in Israel eigentlich sechs Prozent unter dem OECD-Durchschnitt liegen. Tatsächlich aber liegen sie 26,1 Prozent darüber. Diese Differenz ist die höchste aller untersuchten Länder.

Lied
Bei der Eurovision im Mai 2019 in Tel Aviv machte die Rockband Hatari aus Island Schlagzeilen nicht nur wegen ihrer gruseligen Outfits und ihrer Bühnenshow, sondern auch wegen ihres politischen Statements. Beim Finale hielten sie die palästinensische Flagge in die Kamera, obwohl politische Aussagen beim Gesangswettbewerb strikt untersagt sind. Auch in diesem Jahr schickt Island wieder einen Beitrag mit politischem Touch ins Rennen nach Amsterdam. Beim Vorwettbewerb gewann Daoi Freyr Pétursson mit seiner Band Gagnamagnio. Der Sänger hatte 2019 dazu aufgerufen, dass Island den Wettbewerb in Israel boykottieren solle. Zur Show 2020 gehören ein Araber aus Jerusalem, der mit der Band singt, und wieder die palästinensische Flagge.

Wal
Ein Orca ist vor der Küste von Akko gesichtet worden. Das Auftauchen ist so selten, dass man nicht weiß, ob es überhaupt schon einmal stattgefunden hat. Taucher hatten das riesige Säugetier etwa 1,4 Kilometer vor der Küste entdeckt und die Park- und Naturbehörde informiert. Die schickte ein Boot und filmte den Schwertwal. Wahrscheinlich handelt es sich um dasselbe Tier, das zuvor an der Küste des Libanon gesehen wurde. Die isländische Organisation »Orca Guardians« erklärte, dass es sich bei diesem Wal wahrscheinlich um »Riptide« handelt, den sie an speziellen Markierungen am Kopf erkennen. »Nach unserem Wissen ist es die längste Strecke, die ein Orca jemals zurückgelegt hat. Mehr als 8000 Kilometer – einfach unglaublich«, so die Gruppe.

Therapie
Eine neue revolutionäre Krebsbehandlung ist jetzt auch in Israel verfügbar. Damit sollen bösartige Tumore im Gehirn per Elektrostimulation behandelt werden. Das Verfahren TTFields (Tumortherapiefelder) nutzt dabei verschiedene elektrische Felder, die Krebszellen ins Visier nehmen und nur minimalen Schaden an gesunden Zellen anrichten. Das entsprechende Gerät mit Namen »Optune« wurde speziell für Erwachsene entwickelt, die mit einem Gehirntumor diagnostiziert worden sind. Es wurde von der israelischen Biotech-Firma Novocure unter der Leitung von Yoram Palti, Biophysiker am Technion in Haifa, entwickelt. TTFields ist in einigen europäischen Ländern und in Kanada bereits zugelassen, um die aggressive Krebsart Glioblastom zu therapieren.

Hintergrund

Kampf um den mächtigen Sessel

Ohana raus, Lapid rein? Die Opposition will den Knessetpräsidenten austauschen. Es geht um weit mehr als einen repräsentativen Posten

von Sabine Brandes  02.11.2026

Regierungsbildung in Israel

Präsident Herzog will erst mit kleinen Parteien sprechen

Präsident Isaac Herzog beginnt am Mittwoch mit den Konsultationen zur Regierungsbildung

 02.11.2026

Wirtschaft

Wahlkater an der Börse

Die Hoffnung auf einen politischen Wandel in Israel ließen Aktien und Schekel zunächst steigen. Doch das Ergebnis schürt die Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.11.2026

Wahlen

»Wie schwarz muss eine Seele sein …«

Rechte Demonstranten machen am Sonntagabend bei einem Protest vor dem Wohnhaus des Politikers Gadi Eisenkot den Tod seines Sohn zum Gegenstand der Hetze

von Sabine Brandes  02.11.2026

Westbank

Israels Armee zieht aus Hebron ab

Elf Tage nach Beginn des Anti-Terror-Einsatzes haben sich die israelischen Truppen zurückgezogen

 02.11.2026

Krieg

Tanker im Persischen Golf attackiert

Die Golfregion ist für Tanker und Frachtschiffe weiterhin gefährlich. Erneut wird ein Tanker angegriffen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026