Israel

Raketen trotz Waffenruhe

Erneut wurde eine Rakete aus Gaza aus Israel abgefeuert. Im Bild: ein Raketenangriff von 2019 Foto: Flash 90

Israel

Raketen trotz Waffenruhe

Der Beschuss hält an. In den betroffenen Gemeinden herrscht Unklarheit über die Lage

von Sabine Brandes  15.11.2019 10:28 Uhr

Über 450 Raketen sind nach der gezielten Tötung eines hochrangigen Terroristen des Islamischen Dschihad durch die IDF am 12. November auf Israel niedergegangen. Auch nachdem Berichte über eine Waffenruhe kursierten, trafen Raketen der radikalen Palästinenser Gemeinden im Süden Israels.

Schutzräume Immer wieder mussten die Menschen in die Schutzräume fliehen. Die meisten Israelis in den betroffenen Ortschaften verbrachten die Nächte auf Matratzenlagern in Bunkern.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Am Donnerstagnachmittag hatte die Armee Anweisung gegeben, dass Schulen, Kindergärten und Firmen wieder geöffnet werden dürfen. Am Freitagmorgen jedoch blieben sämtliche Bildungseinrichtungen wieder geschlossen, darunter auch in der Großstadt Aschkelon.

In den Gemeinden herrscht derzeit Unsicherheit über die Lage. Viele Menschen versuchen, ihren normalen Alltag wieder aufzunehmen und sich auf den Schabbat vorzubereiten – gepaart mit der Angst, dass jeden Moment lebensbedrohliche Raketen einschlagen könnten.

Militär Am Donnerstag um 5.30 Uhr morgens hatte das israelische Militär berichtet, der Islamische Dschihad und Israel hätten eine Waffenruhe vereinbart. Ägypten soll dabei die Vermittlung übernommen haben.

Der Sonderkoordinator der Vereinten Nationen für Nahost, Nickolay Mladenov, twitterte, Kairo und die UN hätten unermüdlich daran gearbeitet, eine Eskalation zu vermeiden. »Der Nahe Osten braucht keinen weiteren Krieg.« Doch der Waffenstillstand hielt nicht lange. Bereits 30 Minuten später schrillten wieder die Sirenen.

Insgesamt wurden in Israel 59 Menschen verletzt, die meisten leicht oder mittelschwer. Der Großteil der Raketen und Granaten wurde abgefangen oder landete nach IDF-Angaben in unbewohntem Gebiet. In Gaza starben nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums über 30 Menschen. 25 von ihnen seien Terroristen gewesen, so die israelische Armee.

Bei einem Vergeltungsschlag auf ein Haus sei nach palästinensischen Quellen eine Familie mit acht Mitgliedern getötet worden. Die Tageszeitung Haaretz schrieb, die IDF habe bestätigt, man habe angenommen, das Haus eines Funktionärs des Islamischen Dschihad sei leer gewesen. Der Vorfall werde jetzt ermittelt.

Konzessionen Von israelischer Seite hieß es, dass man keinerlei Zugeständnisse an die Terrorgruppe gemacht habe. Die Politik, »Wer uns schadet, dem schaden wir«, sei nach wie vor aktuell. Premierminister Benjamin Netanjahu, der am Donnerstag die Koordinationszentrale für die Abwehrsysteme besuchte, betonte, dass »die Operation vollen Erfolg gebracht habe«.

Außenminister Israel Katz sagte in einem Interview mit dem Armeeradio, dass sich die Hamas nicht an den Abschüssen beteiligt habe, sei eine Errungenschaft Israels. »Wenn sie nicht schießen, bedeutet es, dass sie Angst vor den Konsequenzen haben.«

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Tourismusbranche

Trotz anhaltender Konflikte: Israel wirbt wieder verstärkt um Touristen

Eine Werbeoffensive in Nordamerika soll ausländische Urlauber zurückholen

 29.05.2026

Spendensammlung

Nova-Massaker: Gedenkstätte bei Re’im bittet um Spenden für Fertigstellung

Täglich kommen Tausende Menschen zu der provisorischen Anlage nahe der Gaza-Grenze. Der Gedenkort für 378 von Terroristen ermordete Menschen soll nun ausgebaut werden

 29.05.2026

Jordantal

Netanjahu: Israel wird 70 Prozent des Gazastreifens kontrollieren

Auch bestätigt der Ministerpräsident erstmals öffentlich, israelische Bodentruppen hätten während der jüngsten Operationen im Südlibanon den Litani-Fluss überschritten

 29.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Gesellschaft

Charedische Wehrdienstverweigerer erstmals festgenommen

Ultraorthodoxe Regierungspolitiker rufen zum Boykott der Polizei auf, nachdem die Behörden härter gegen Wehrdienstverweigerer vorgehen

von Sabine Brandes  28.05.2026

Ungelöster Fall

Wo ist die kleine Haymanut?

Mehr als zwei Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens schaltet sich der Schin Bet ein – begleitet von wachsendem Druck auf Polizei und Regierung.

von Sabine Brandes  28.05.2026

New York/Jerusalem

Israel kritisiert Aufnahme in UN-Bericht zu sexueller Gewalt

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon sagt, der Eintrag stelle »einen moralischer Skandal und einen vollständigen Zusammenbruch jeglicher Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen« dar

 28.05.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher stoppen Alterungsprozess

Wissenschaftlern der Bar-Ilan-Universität gelingt es, zentrale Alterungsprozesse in Mäuselebern rückgängig zu machen. Ziel der Forschung ist es, gesundes Altern zu fördern

 28.05.2026