US-Beschuss Syrien

»Passend und angemessen«

Abschuss eines Tomahawk-Marschflugkörpers: Zum ersten Mal seit Beginn des Bürgerkrieges hat Washington Stellungen der syrischen Regierung bombardiert. Foto: dpa

Israel liegt mit den USA auf einer Linie. Nach dem amerikanischen Vergeltungsangriff für die Chemiewaffenattacke des syrischen Regimes gab es aus Jerusalem Anerkennung für den Befehl von US-Präsident Donald Trump. Dieser rief »die zivilisierten Nationen der Welt auf, sich mit den USA zusammenzutun, um das Abschlachten und Blutvergießen in Syrien zu beenden«.

Zum ersten Mal seit Beginn des Bürgerkrieges hat Washington damit Stellungen der syrischen Regierung bombardiert. Israel gehörte zu den Ländern, die im Vorfeld von Washington informiert wurden. 59 Tomahawk-Geschosse gingen am Donnerstag nieder. Das syrische Staatsfernsehen bestätigte die Angriffe mit den Worten, dass »der Beschuss des amerikanischen Aggressors zu Verlusten geführt« hat.

Nach Regierungsangaben nahm die Luftwaffe eine Flugbasis außerhalb von Homs ins Visier. Von hier, davon geht die amerikanische Regierung aus, habe Diktator Baschar al-Assad am 4. April zwei Chemiewaffenangriffe gegen die Zivilbevölkerung ausführen lassen. In der Stadt Idlib waren dabei schätzungsweise mehr als 100 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder und Babys. Es gab zudem Hunderte von Verletzten.

Aufschrei Das Massaker hatte zu einem Aufschrei in der Welt geführt. Unmittelbar nach der grauenvollen Attacke auf Zivilisten hatte sich der Vorsitzende der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Avner Shalev, geäußert.

Er sei in großer Sorge über das erneute Morden in Syrien und die Bilder von getöteten Kindern. »Ich rufe die Führer der Welt und die globale Gemeinschaft auf, jetzt zu handeln, um ein Ende des Tötens und Leidens herbeizuführen.«

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte in einer Nachricht nach dem amerikanischen Beschuss: »In Wort und Tat hat der amerikanische Präsident heute verdeutlicht, dass der Einsatz und die Verbreitung von Chemiewaffen nicht toleriert werden. Israel unterstützt die Entscheidung des Präsidenten vollends und hofft, dass diese Botschaft angesichts der grauenvollen Taten des Regimes nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderswo nachhallen wird.«

Antwort Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor bestätigt, die israelische Regierung sei zu 100 Prozent sicher, dass Assad persönlich für den Befehl der zwei Giftgas-Angriffe verantwortlich sei. Ob Russland involviert war, wisse man indes nicht. Dessen Präsident Wladimir Putin äußerte sich kritisch zu Israels Beurteilung der Lage. Dies seien »unbegründete Beschuldigungen wegen des Zwischenfalls mit Chemiewaffen«, wird Putin zitiert.

Auch Präsident Reuven Rivlin kommentierte: »Im Angesicht des schrecklichen Einsatzes von chemischen Waffen gegen die unschuldige Zivilbevölkerung und der unglaublichen Brutalität ist die Antwort von Präsident Trump passend und angemessen.«

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

In einem Interview spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026

Politik

Superstar der Linken

Naama Lazimi, israelische Abgeordnete der Demokraten, wird vom TIME Magazin als eine der aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt gewürdigt

von Sabine Brandes  01.10.2026

Jerusalem

Herzog will »Fly Dubai«-Helfer für Zivilcourage auszeichnen

Vier israelische Passagiere verhinderten auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv durch ihr beherztes Eingreifen eine Katastrophe. Der Präsident will sie nun für ihren Mut ehren

 01.10.2026