Fußball

Palästinenser begrüßen Absage von Barcelona-Spiel in Jerusalem

Bild aus besseren Zeiten: Hier mochten Messi und Co. noch in Israel spielen. (2013) Foto: Flash 90

Der palästinensische Fußballverband hat dem FC Barcelona für dessen Weigerung gedankt, ein Freundschaftsspiel in Jerusalem abzuhalten. Der Verbandsvorsitzende Dschibril Radschub sprach in einem am Samstag veröffentlichten Brief an den Präsidenten des FC Barcelona, Joan Laporta, von einem »mutigen Schritt«. Er zeige, dass der spanische Club »die Gefühle von Millionen seiner Fans auf der Welt respektiert«.

Der Fußballclub Beitar Jerusalem hat ein für den 4. August geplantes Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona abgesagt. Grund dafür sei die Weigerung der Spanier, in Jerusalem zu spielen, hatte ein Sprecher des Clubs am Donnerstag gesagt. Die Weigerung von Messi und Co., in Israel zu spielen, war massiv kritisiert worden.

Vergangene Woche hatte der Palästinensische Fußballverband die Wahl des Spielorts kritisiert. In einem Brief an den Weltverband FIFA schrieb Radschub, Jerusalem sei »per UN-Resolution eine geteilte Stadt« und Ost-Jerusalem besetzt. Außerdem sei Beitar Jerusalem ein »rassistischer Club«.

Teile der Fanszene von Beitar Jerusalem gelten als sehr rechts. Sie hatten in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen Ausfällen vor allem gegen Araber für Empörung gesorgt. Die Vereinsspitze unter Besitzer Mosche Hogeg bemüht sich, dem entgegenzuwirken. Ende letzten Jahres war überraschend ein Scheich in den Verein eingestiegen. Hamad bin Chalifa al-Nahjan hatte betont, man wolle den Club zum Beispiel für das friedliche Zusammenspiel von Israelis und Arabern machen.

Bereits 2018 hatte es ähnliche Kritik an einem geplanten Testspiel der argentinischen Nationalmannschaft mit ihrem Topstar Lionel Messi in Jerusalem gegeben. Im Vorfeld rief Radschub dazu auf, Trikots und Poster von und mit Messi zu verbrennen, sollte dieser in Jerusalem spielen. Das Spiel wurde abgesagt.

Die FIFA wertete Radschubs Aussagen »als Aufforderung zu Gewalt und Feindseligkeiten«. Der Weltverband verhängte eine zwölfmonatige Sperre gegen Radschub sowie eine Geldstrafe von 20.000 Schweizer Franken. dpa

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