Nahost

Neuer iranischer Angriff auf Israel: Zehn Tote, 200 Verletzte

In Bat Jam starben mehrere Menschen, als eine iranische Rakete ein Wohnhaus zerstörte. Foto: copyright (c) Flash90 2025

Bei iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden in der Nacht mindestens zehn Menschen getötet und rund 200 weitere verletzt, wie örtliche Medien unter Berufung auf die Rettungskräfte berichteten. Aus mehreren Städten des jüdischen Staates wie der Hafenmetropole Tel Aviv sowie Jerusalem und Bat Jam gab es Berichte über getroffene Gebäude.

Bei den iranischen Angriffen kamen am frühen Morgen in der israelischen Stadt Bat Jam nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom ein 13 Jahre altes Kind und mindestens zwei weitere Menschen ums Leben, als eine Rakete in ein Wohngebäude einschlug. Später wurden weitere Todesopfer gefunden. Örtlichen Medienberichten zufolge wurden am frühen Morgen noch etwa 20 Menschen unter den Trümmern der Hausruine vermutet, die komplett einzustürzen drohte.

Bei einer vorherigen Angriffswelle aus dem Iran waren in dem Ort Tamra im Norden Israels neuesten Berichten zufolge vier Frauen getötet worden, die alle zur selben Familie gehören. Am frühen Morgen gab die israelische Armee dann bekannt, dass die Menschen die Schutzräume in einer Reihe von Gebieten in Zentral- und Nordisrael wieder verlassen dürfen. Die Such- und Rettungskräfte seien an mehreren Orten im ganzen Land im Einsatz, wo Geschosse eingeschlagen sein sollen.

Verteidigungsministerium bombardiert

Israels Luftwaffe wiederum attackierte in der iranischen Hauptstadt Teheran nach eigenen Angaben das Verteidigungsministerium sowie »Infrastruktureinrichtungen des iranischen Atomwaffenprojekts« und Öllager.

Zu den Angriffszielen in Teheran habe auch das Hauptquartier einer staatlichen Atom-Forschungsorganisation gehört, erklärte die Armee. Hinzu kämen Attacken auf weitere Ziele, mit denen - vom Iran dementierte - Bemühungen zum Bau von Atomwaffen unterbunden werden sollten, darunter das Versteck des staatlichen Atomarchivs.

Die als Sprachrohr der iranischen Revolutionsgarden geltende Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor berichtet, eine militärische Forschungseinrichtung im Norden der Metropole sei getroffen worden. Die Revolutionsgarden sind die Elitestreitkräfte der Islamischen Republik. 

Lesen Sie auch

»Teheran brennt«

Auch die Angriffe auf das Kommando des Verteidigungsministeriums wurden im Iran gemeldet. Im Nordwesten Teherans gerieten zudem Teile eines Öllagers in Brand. Die Lage sei unter Kontrolle, meldete das Portal SNN. Auch aus anderen Teilen der Stadt berichteten Augenzeugen von heftigen Explosionen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz schrieb auf der Plattform X: »Teheran brennt«.

Israel attackiert seit der Nacht zu Freitag militärische Ziele im Iran - darunter Atomanlagen, Verteidigungsstellungen, ranghohe Militärs, Atomwissenschaftler und Berichten zufolge auch Öl- und Erdgasfelder. Die Islamische Republik wertete die Luftangriffe als Kriegserklärung und feuerte in mehreren Angriffswellen Hunderte Raketen und Drohnen auf Israel ab. 

In den vergangenen Jahrzehnten hatten die vom Iran finanzierten Terrororganisationen Hamas und Hisbollah Israel in Kriege hineingezogen und mit Terrorwellen überzogen. Seit den Massakern der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 kam es auch zu zwei direkten Konfrontationen zwischen dem Iran und Israel, als Teheran den jüdischen Staat in zwei Großangriffen direkt attackierte.

Die größte Gefahr droht Israel durch das Atomprogramm des Teheraner Regimes. Es zu zerstören, bevor der Iran eine Atombombe baut, ist Ziel der Luftschläge gegen die Islamische Republik, zu deren Staatsdoktrin es gehört, Israel auszulöschen.

Keine Atom-Gespräche

Eigentlich hätten Delegationen des Irans und der USA als Israels wichtigstem Verbündeten am Sonntag im Oman Gespräche über das iranische Atomprogramm führen sollen - diese Runde in der Hauptstadt Maskat wurde jedoch wegen der militärischen Eskalation abgesagt. Diplomatie und Dialog seien dennoch »der einzige Weg zu dauerhaftem Frieden«, teilte Omans Außenminister Badr al-Bussaidi auf X mit. Das Sultanat fungiert als Vermittler.

In den seit rund zwei Monaten laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über das umstrittene Atomprogramm gab es zuletzt keine Fortschritte mehr. Nach der Absage ist fraglich, ob es nun überhaupt noch zu einer weiteren Runde kommen wird. 

In Medienberichten war auch von Raketenangriffen aus dem Jemen auf israel die Rede, die in der Nacht erfolgt sein sollen. Der arabische Nachrichtensender Al-Arabija berichtete derweil unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass ein mutmaßlich von Israel geführter Angriff eine Zusammenkunft ranghoher Huthi-Funktionäre getroffen haben könnte. (mit ja)

Diplomatie

Jens Spahn reist nach Israel

Der Unions-Fraktionschef wird am Mittwoch unter anderem Gespräche in der Knesset führen

 03.02.2026

Sport

Warum der israelische Fußballspieler Tay Abed ein Millionenangebot der VAE ausgeschlagen hat

Tay Abed: »Keine Summe kann mich dazu bringen, meine israelische Identität aufzugeben.«

 03.02.2026

Nahost

Gaza: IDF entdecken Waffen zwischen Hilfsgütern der UNRWA

Nach Angaben der Streitkräfte handelt es sich um einen umfangreichen Fund von rund 110 Mörsergranaten sowie Raketen

 03.02.2026

Nahost

Israel und USA halten gemeinsam Marinemanöver ab

Im Roten Meer trainieren US- und israelische Seestreitkräfte gemeinsam – vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Iran. Beide Seiten sprechen von einer Routineübung

 03.02.2026

Tel Aviv

Geheimes Hamas-Papier: Kontrolle über Gazas Verwaltung soll trotz neuer Struktur erhalten bleiben

Die palästinensische Terrororganisation will ihren Einfluss sichern, ohne bei der neuen Verwaltung Verdacht zu erregen

 03.02.2026

Geiseln

»Wie bitte - es gab keine Dringlichkeit?«

Ehemalige Verschleppte und Angehörige fordern den Rücktritt des Koordinators Gal Hirsch nach Interviews zu Befreiungskundgebungen

von Sabine Brandes  02.02.2026

Gaza

Grenzübergang Rafah teils für Personenverkehr geöffnet

Der Übergang ist das Nadelöhr für all diejenigen, die das Kriegsgebiet verlassen wollen. Jetzt sollen einige Palästinenser nach Prüfung durch Israels Geheimdienst wieder aus- und einreisen können

 02.02.2026

Militärübung

Israelische Armee probt für Angriff des Iran

Nördlich von Gaza trainierten Soldaten die Rettung von Verschütteten aus einem künstlich angelegten Trümmerfeld, das einem zerstörten Wohngebiet nachempfunden ist

 02.02.2026

New York/Tel Aviv/Gaza

Nach Bericht: Hamas-Mitgliedschaft eines Arztes unbewiesen

Die Organisation »NGO Monitor« wollte einen Arzt mit einem Foto in Uniform belasten, doch einen eindeutigen Beleg kann sie nicht vorweisen

 03.02.2026 Aktualisiert