Archäologie

Neue Texte auf Qumran-Rollen entdeckt

Textstück der Qumran-Rollen Foto: deadseascrolls.org.il

Vermeintlich leere Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer sind doch beschrieben. Ein Forscherteam um Joan Tayler vom Londoner King’s College entdeckte durch Multispektralaufnahmen einzelne Buchstaben sowie Teile eines Bibeltexts, wie die Onlinezeitung »Times of Israel« am Mittwoch unter Berufung auf die Universität Manchester berichtete.

FRAGMENTE Die Forscher untersuchten demnach 51 für das bloße Auge leer erscheinende Fragmente der »Reed-Sammlung« für eine neue Studie. Auf vier Fragmenten wurden mit Ruß-Tinte geschriebene hebräische oder aramäische Versatzstücke gefunden. Weitere Fragmente enthielten Linien sowie Überreste einzelner Buchstaben.

Das größte Textstück ist laut Bericht vier Zeilen lang. Die meisten Buchstaben sind nur unvollständig erhalten, lesbar ist unter anderem das Wort »Schabbat«.

Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem Text um den Beginn des 46. Kapitels des Ezechielbuchs handeln könnte. Dort heißt es: »So spricht Gott, der Herr: Das Osttor des inneren Vorhofs soll an den sechs Werktagen geschlossen bleiben, nur am Schabbat soll es geöffnet werden und am Neumondtag soll es geöffnet werden.« Die Fragmente sollen laut Bericht weiter analysiert werden.

REED-SAMMLUNG Die Pergamentfragmente der sogenannten »Reed-Sammlung« stammen aus Ausgrabungen in den Höhlen von Qumran am Toten Meer. In den 50er-Jahren kamen sie durch die jordanische Regierung nach Großbritannien, wo sie für Materialanalysen genutzt wurden.

Die Qumran-Rollen sind eine Sammlung hebräischer und aramäischer Schriften, die 1947 von zwei Ziegenhirten in Höhlen entdeckt wurden. Sie zählen zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts und enthalten 2000 Jahre alte jüdische Texte, darunter auch Abschriften aus der Bibel. kna

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026