Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Israels Premier Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance/dpa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich nach einem Besuch in den USA zurückhaltend zu den Chancen auf ein neues Abkommen mit dem Iran geäußert. US-Präsident Donald Trump hingegen glaubt, Teheran könne unter dem aktuellen Druck zu einem »guten Deal« bewegt werden, warnte aber vor drastischen Konsequenzen bei einem Scheitern der Gespräche.

Netanjahu sagte vor seinem Rückflug nach Israel, er habe mit Trump intensiv über den Iran, aber auch über den Gazastreifen gesprochen. Die beiden Staatschefs hätten ein enges und offenes Verhältnis, betonte er. Trump gehe davon aus, dass die iranische Führung verstanden habe, mit wem sie es zu tun habe, und dass die Bedingungen der USA Teheran zur Zustimmung bewegen könnten.

Gleichzeitig machte Netanjahu deutlich, dass er selbst wenig Vertrauen in eine Einigung habe. Ein Abkommen müsse aus israelischer Sicht weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans Raketenprogramm sowie dessen regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen. Dies sei nicht nur für Israel, sondern für die internationale Gemeinschaft entscheidend.

Truppen verstärkt

Trump erklärte derweil gegenüber Journalisten, es müsse unbedingt zu einer Einigung kommen. Andernfalls werde es »sehr traumatisch« für den Iran. Er bekräftigte, Teheran solle schnell zustimmen, idealerweise innerhalb der kommenden Wochen, und verwies erneut auf frühere US-Angriffe auf iranische Nuklearanlagen im Jahr 2025.

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Der Besuch Netanjahus fand in einer Phase erhöhter Spannungen statt, nachdem Trump dem Iran wegen der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten gedroht hatte. Washington hat Truppen in der Region verstärkt, führt aber parallel Gespräche über das iranische Atomprogramm.

Neben den Iran-Gesprächen sorgte auch Netanjahus Reiseplanung für Aufmerksamkeit. Sein Büro teilte mit, dass er entgegen früherer Planungen nicht zu einem Treffen des sogenannten Board of Peace nach Washington zurückkehren werde und stattdessen eine Rede vor einer Konferenz des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) per Videoschaltung halten wolle. Ursprünglich war seine Teilnahme an beiden Terminen vorgesehen.

Der kurzfristig vorgezogene Washington-Besuch hatte bereits Spekulationen ausgelöst, Netanjahu wolle sich dem Board-of-Peace-Treffen entziehen. Das US-Projekt ist umstritten, da es Akteuren wie der Türkei und Katar eine Rolle in Gaza einräumen könnte. In Washington dürfte seine Absage als Affront gewertet werden, da die USA auf prominente internationale Teilnehmer gehofft hatten. im

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