Diplomatie

Netanjahu: Kritik von US-Senator Schumer »völlig unangemessen«

Der demokratische Senator Chuck Schumer Foto: picture alliance / Rod Lamkey / CNP /MediaPunch

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Kritik des einflussreichen demokratischen Mehrheitsführers im US-Senat, Chuck Schumer, an ihm und seiner Regierung mit scharfen Worten zurückgewiesen.

»Ich finde, dass das, was er gesagt hat, völlig unangemessen ist«, sagte Netanjahu in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des US-Senders CNN. Es sei unangebracht, einer anderen Demokratie vorzuschreiben, die gewählte Führung dort zu ersetzen. Dies sei etwas, was die israelische Öffentlichkeit zu entscheiden habe. Die Mehrheit stehe hinter der Politik seiner Regierung. 

Schumer, eines der ranghöchsten Kongressmitglieder und selbst jüdisch, hatte am Donnerstag Netanjahu scharf kritisiert und Neuwahlen in Israel gefordert. Er sagte, er glaube, dass Netanjahu vom Weg abgekommen sei, indem er sein politisches Überleben über die besten Interessen Israels gestellt habe.

Neuwahlen seien der einzige Weg, um einen gesunden und offenen Entscheidungsprozess über die Zukunft Israels zu ermöglichen, in einer Zeit, in der so viele Israelis ihr Vertrauen in die Vision und die Richtung ihrer Regierung verloren hätten.

Die frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bezeichnete Schumers Rede bei CNN am Sonntag als einen Akt des Mutes und der Liebe zu Israel. 

Auf die Frage, ob er Neuwahlen ausrufen werde, wenn der Krieg zu Ende sei, sagte Netanjahu: »Das werden wir sehen, wenn wir den Krieg gewonnen haben.« Vorgezogene Neuwahlen, solange der Krieg nicht zu Ende sei, lehne eine »große Mehrheit der Israelis« ab, sagte er.

Diese durchzuführen, würde das Land lähmen und dazu führen, dass Israel den Krieg verliere. Dies wäre dann eine Niederlage nicht nur für Israel, sondern auch für die USA. Es gehöre sich nicht für einen Verbündeten, sich in dieses Thema einzumischen. 

Diplomatie

Israel soll US-Unterhändler ausspioniert haben

Nach einem Bericht der New York Times sollen israelische Dienste amerikanische Spitzenbeamte ins Visier genommen haben – darunter den Sondergesandten Steve Witkoff

von Sabine Brandes  07.06.2026

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Gesellschaft

Haredi-Attacken werden immer gewalttätiger

Streit um die Wehrpflicht ultraorthodoxer Juden eskaliert weiter: Neue Ausschreitungen in Jerusalem und Beit Schemesch

von Sabine Brandes  07.06.2026

Israel

Ein Toter, sechs Verletzte bei Anschlag

Ein Angreifer schießt an mehreren Orten im Zentrum das Landes auf Zivilisten. Bei dem Täter soll es sich um einen israelischen Araber handeln

von Sabine Brandes  07.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026

Griechenland

Mutmaßliches Hamas-Mitglied auf Kreta festgenommen

Der Verdächtige soll Verbindungen zu zwei kürzlich auf Zypern festgenommenen Palästinensern haben

 07.06.2026

Medien

Israelischer Journalist erstmals im libanesischen TV

Ravid sprach über die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah sowie über Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe

 07.06.2026

Nachrichten

Hilfe, Liebe, Tempelberg

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.06.2026

Den Haag

Geheime Haftbefehle

Israelische Minister im Visier des IStGH

von Sabine Brandes  07.06.2026