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Mit dem Direktflug von Teheran nach Tel Aviv

Der junge Reiseblogger aus Teheran ist gerade in Tel Aviv angekommen -mit dem Direktflug – und schon vollends begeistert vom pulsierenden Leben der Stadt. Natürlich ist er dieser Tage nicht real, sondern eine Wunschvorstellung. Mitten im Krieg zwischen Israel und dem Iran setzt die Stadtverwaltung von Tel Aviv in ihren sozialen Medien auf ein eher ungewöhnliches Mittel für die Hoffnung und den Blick in die Zukunft: KI.

Das künstlich generierte Video mit dem Titel »Tel Aviv 2030« zeigt einen fiktiven Iraner, der ganz selbstverständlich durch Tel Aviv schlendert, das Essen in höchsten Tönen lobt, Cafés empfiehlt und Besuchern, die ihm folgen mögen, Tipps gibt. Alles auf Farsi. Allein diese Tatsache ist bemerkenswert: Der gesamte Clip ist in persischer Sprache gehalten und richtet sich damit direkt an die Menschen im Iran. Untertitelt wird er auf Hebräisch und Englisch für ein internationales Publikum. Doch im Kern geht es um eine direkte Ansprache jenseits politischer Barrieren.

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Immer wieder streut der fiktive Influencer persönliche Eindrücke ein, die die Botschaft des Videos tragen – Verständigung. »Ich hätte nie gedacht, dass ich mich hier so schnell zu Hause fühlen würde.« Und mit Blick auf das Meer fügt er hinzu: »Wenn man hier sitzt und den Sonnenuntergang anschaut, vergisst man für einen Moment, wie kompliziert alles ist.«

Content, wie man ihn von Reise-Influencern kennt

Es ist genau die Art von Content, wie man ihn von internationalen Reise-Influencern kennt: bunt, positiv und einladend. Nur dass die politische Realität zwischen Israel und dem Iran eine gänzlich andere ist, die eine solche Reise seit Jahrzehnten unmöglich machte – und es noch immer tut.  
Der Blogger selbst wirkt dabei wie aus der Realität gegriffen. Er filmt sich in legeren Reiseklamotten mit cooler Sonnenbrille und trifft überall Israelis, die ihn freudig begrüßen. Es sind auch die Menschen, die ihm am besten gefallen: »Mein ganzes Leben wurde uns gesagt, dass sie unsere Feinde sind. Und was sehe ich? Männer und Frauen, die das Leben lieben, kreativ sind, lachen, Rad fahren und anziehen, was sie wollen. Ich bin verliebt!«

Israelis würden zwar »den ganzen Tag im Café sitzen«, fügt er schmunzelnd hinzu, »doch wenn es drauf ankommt, gehen sie auf die Straße für das, was wirklich zählt«. Dann kommt der Besucher aus Teheran zu dem Schluss: »Wenn wir uns so ähnlich sind, wie kann es sein, dass wir jemals so weit voneinander entfernt waren?« Zum Glück gebe es ja nun Direktflüge von Teheran nach Tel Aviv, fügt er noch hinzu und schickt ein paar Küsse hinterher.

Stadtverwaltung: »Die Hoffnung, dass sich Menschen aus Teheran und Tel Aviv eines Tages ganz frei besuchen können, haben wir doch alle. Wenn nicht heute, dann sicher irgendwann.«

»Ja, es ist Fiktion«, heißt es aus der Stadtverwaltung. »Noch …« Menschen aus der ganzen Welt bescherten dem Video Likes und rote Herzen. »Tel Aviv – Teheran wird bald die heißeste Linie im Nahen Osten sein«, schrieb eine Userin. Und eine andere meinte in Anlehnung an die persische Hymne der Freiheit: »Daram miram be Teheran. We love you brothers.«

Der Clip ist ganz bewusst als Gedankenexperiment angelegt, erklärt die Stadtverwaltung. Nach dem Motto: »Wie kann es sein, wenn die Dinge anders aussähen? Tel Aviv wagt einen kreativen Blick in die Zukunft – in eine Welt, in der ein iranischer Reiseblogger ganz ungezwungen Reisetipps von einer Reise nach Israel teilt.«

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Sogar inmitten der Kämpfe und des täglichen Raketenhagels auf Israel wollen die Macher den Blick schweifen lassen – in ein friedliches Morgen. »Die Idee hinter dem Video ist, eine andere Perspektive zu bieten, die über den gegenwärtigen Moment hinausblickt und die Möglichkeit für Optimismus öffnet.«

Das Video lädt die Zuschauer ein, über das Danach nachzudenken

Die Perspektive des fiktiven Besuchers ist dabei kein Zufall. Sie zeigt, wie ähnlich sich die Menschen auf beiden Seiten sind, unabhängig von Politik und Ideologie. Offenheit, Lebensfreude, der Wunsch nach Austausch. »Das Video lädt die Zuschauer dazu ein, über das Danach nachzudenken und sich eine gemeinsame Zukunft vorzustellen, die von Menschen, dem Alltag und menschlichen Beziehungen geprägt ist«, heißt es weiter.

»Die Hoffnung, dass sich Menschen aus Teheran und Tel Aviv eines Tages ganz frei besuchen können, haben wir doch alle. Wenn nicht heute, dann aber sicher irgendwann.« Das wünscht sich nicht nur die Verwaltung der Metropole am Mittelmeer, sondern alle Menschen in Israel und darüber hinaus. Denn manchmal entsteht das Morgen genau dort, wo wir es heute zu träumen wagen.

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