Israel

»Ich habe ein bisschen abgenommen«

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: POOL

Wie die Times of Israel berichtet, sorgte Benjamin Netanjahu mit Äußerungen zum 7. Oktober 2023 für heftige Reaktionen. Israels Ministerpräsident war in einem Interview mit dem regierungsnahen Fernsehsender Channel 14 nach den Lehren und Folgen des Terrorangriffs der Hamas gefragt worden.

Auf die Frage, wie er sich persönlich seit dem Tag verändert habe, erwiderte Netanjahu: »Zunächst einmal: Ich habe ein bisschen abgenommen.« Anschließend sei er mit den Worten »Aber im Ernst« zu politischen Schlussfolgerungen gekommen, unter anderem die Mobilisierung von Reservisten, den Krieg gegen Hamas, Hisbollah und Iran sowie das Vorgehen in Syrien.

»Das Wichtigste ist meiner Ansicht nach in erster Linie, Pufferzonen im feindlichen Gebiet zu haben – nicht innerhalb unseres Gebiets«, sagte der Premierminister. »Ich möchte nicht, dass die Gemeinden im Norden eine Art Grenzregion sind, deren Realität sich von der der unmittelbar südlich liegenden Gebieten unterscheidet«.

Netanjahu, so die Times of Israel, habe darauf bestanden, weite Pufferzonen in Gaza, Libanon und Syrien aufrechtzuerhalten, doch hätten diesen nur begrenzte Ergebnisse bei der Bekämpfung der mit Iran verbündeten Terrororganisationen erzielt und zugleich die US-Bemühungen geschwächt, diplomatische Lösungen für regionale Konflikte voranzutreiben.

Netanjahus politische Gegner werteten seine Äußerung als eine Verharmlosung des 7. Oktober, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet und 250 als Geiseln genommen wurden.

»Er ist weltfremd, ungeeignet und unwürdig für diese Nation«, schrieb Gadi Eisenkot in einem Posting auf X. Der frühere Generalstabschef ist Vorsitzender der Yashar-Partei und gilt als Netanjahus vielleicht wichtigster Konkurrent bei der im Herbst anstehenden Knesset-Wahl. Eisenkot wiederholte sein Versprechen, eine staatliche Untersuchungskommission zur Untersuchung des Massakers vom 7. Oktober einzurichten, die Netanjahu bislang verhindert hat. ja

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