Kurzmeldungen

Mail aus Jerusalem

Werbe-Zielgruppe: homosexuelle Männer Foto: gay.israel.org

Gays
Tel Aviv hat eine ganze Reihe guter Argumente, um sich als Touristenattraktion zu empfehlen. Ob Kultur, Strände, Nachtleben oder Hotels: Israels Glitzermetropole kann sich im
Wettbewerb internationaler Reiseziele sehen lassen. Jetzt leitet die »Stadt ohne Pause« eine neue Werbekampagne in die Wege und empfiehlt sich gleichgeschlechtlich gesinnten Besuchern aus Übersee als das perfekte Reiseziel, an dem die Gays Toleranz und ein relevantes Freizeitangebot finden. »Vom goldenen Mittelmeerstrand«, verspricht ein Werbespruch, »erhebt sich eine der reizvollsten Schwulen-Hauptstädte der Welt«. Das Tourismusministerium hat die Kampagne bewilligt, auch wenn sie bei den religiösen Koalitionspartnern kaum auf Begeisterung stoßen wird.

glück

Was sind die Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg einer Ehe? Das wollte das Zentralamt für Statistik von einer repräsentativen Auswahl israelischer Erwachsener wissen. Dabei wurden die Teilnehmer gebeten, jeweils drei Einflussgrößen für eine gute Partnerschaft zu nennen, so dass die Gesamtzahl der Nennungen 100 Prozent überstieg. Das Ergebnis: 71 Prozent der Befragten nannten gegenseitigen Respekt als Schlüsselfaktor für eine gute Partnerschaft, gefolgt von Treue mit 68 Prozent sowie von Hilfsbereitschaft und der Fähigkeit zum Zuhören mit 45 Prozent auf Rang drei. Liebe wurde immerhin von 43 Prozent der Befragten genannt und kam auf Rang vier. Allerdings ging es dabei wohl nicht nur um den körperlichen Aspekt, wurde doch Sex lediglich von jedem Achten als wesentlicher Bestandteil eines gelungenen Ehelebens genannt.

Gefahr
Im Toten Meer, so eine weit verbreitete Meinung, könne man wegen des durch den hohen Salzgehalt erzeugten Auftriebs nicht ertrinken. Die Wahrheit sieht anders aus: Nach jüngsten Angaben des Magen David Adom entfällt auf den Salzsee ein Viertel aller in den letzten Jahren verzeichneten Todesfälle durch Ertrinken. Auch wenn der menschliche Körper auf der Oberfläche bleibt, so kann doch langanhaltendes Eintauchen des Kopfes und das Eindringen von Wasser in die Lungen durchaus zum Tod führen. Deshalb gilt: Ein falsches Sicherheitsgefühl kann Badegästen auch am Toten Meer gefährlich werden.

Geborgenheit
Ob die Schnellbahnstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem wirklich die Fahrgastmassen anzieht, die sich die Planer erhoffen, wird man erst nach ihrer um acht Jahre verzögerten Inbetriebnahme im Jahre 2016 sehen. Indessen freut sich die Armee jetzt schon über den neuen, im Bau befindlichen Jerusalamer Bahnhof. Die in 80 Meter Tiefe gelegene Anlage kann nämlich im Falle eines Raketenangriffs bis zu 5.000 Menschen als Luftschutzraum dienen. Auch mehrere, erst auf dem Reißbrett vorhandene U-Bahn-Stationen im Ballungsraum Tel Aviv sollen diese Funktion übernehmen – eine Geborgenheit, die hoffentlich niemals in Anspruch genommen werden muss.

Geschlecht
Jahrelang empfand ein junger Mann aus dem Landeszentrum seinen Körper als fremd und fühlte sich innerlich als Frau. Erschwerend kam hinzu, dass er religiös war und das Problem der Geschlechtsidentität auch seinen Glauben erschütterte. Vor fünf Jahren entschloss er sich zu einer Geschlechtsumwandlung – und kehrte auch zur Religion zurück. Heute pflegt die Mittdreißigerin wieder einen orthodoxen Lebenswandel und geht regelmäßig in die Synagoge, und zwar in eine, in der ihre Geschichte bekannt ist. Wie sie der Tageszeitung Yedioth Ahronoth erklärte, trifft sie dort auf Verständnis und Akzeptanz, wobei sie an den Gottesdiensten selbstverständlich in der Frauensektion teilnimmt.

Golan
Nachdem Israel im Jahre 1967 die Golanhöhen eingenommen hatte, wurde eine Anhöhe im Dorf Madschdal Schams als »Hügel der Schreie« bekannt. Dort versammelten sich Bewohner der vier unter israelische Kontrolle geratenen Drusendörfer, um sich mit Familienangehörigen und Freunden zu unterhalten, die auf syrischem Gebiet geblieben waren. Die akustische Verbindung erfolgte mithilfe von Megafonen, die auf beiden Seiten der Grenze zur Standardausrüstung gehörten. Heute aber, so das Ergebnis einer Prüfung, werden die Sprachrohre nicht mehr benötigt. Zwar sind gegenseitige Besuche noch immer nicht möglich, dafür kommunizieren die Familien jetzt hauptsächlich übers Internet.

Grösse
Der Pritschenwagen »Chevrolet Silverado« bietet in Israel einen besonderen Vorteil: eine ermäßigte Kaufsteuer. Wegen seiner Länge – 6,6 Meter – und seines Gewichts wurde der amerikanische Pick-up von der Zollbehörde als Nutzfahrzeug anerkannt und mit einem deutlich niedrigeren Steuersatz als ein Pkw belegt. Nun aber kommt man mit einem solchen Monster im israelischen Straßenverkehr schlecht zurecht. Deshalb haben die allermeisten Käufer das Fahrzeug nach dem Erwerb in Karosseriewerkstätten um bis zu 100 Zentimeter kürzen lassen. Das aber ist nicht nur illegal, sondern mindert auch die Verkehrstauglichkeit. Nachdem der Trick aufgeflogen ist, wurden die »Kurzfassungen« aus dem Verkehr gezogen, während gegen die oberschlauen Besitzer ein Ermittlungsverfahren läuft.

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