Medien

Lizenzentzug für evangelikalen Sender angedroht

Der gute alte Fernseher: Streamingdienste brauchen sehr viel Strom und belasten die Umwelt. Foto: imago

Kurz nach dem Sendestart im israelischen Kabelfernsehen »Hot« droht dem evangelikalen Sender »God TV« der Lizenzentzug. Israelische Behörden warnten den unter dem Namen »Schelanu« (Hebräisch für Unser) operierenden Sender vor der Schließung, weil die missionarische Agenda vor der Lizenzbehörde verheimlicht worden sei, wie die Zeitung »Haaretz« (Dienstag) berichtete.

ANHÖRUNG Der abschließenden Entscheidung soll demnach eine Anhörung des Kabelanbieters Hot vorausgehen, der mit God TV einen Siebenjahresvertrag abgeschlossen hat. Die Behörde erwägt eine Suspendierung der Lizenz bis zur Klärung. Für missionarische Tätigkeiten gelten in Israel starke rechtliche Einschränkungen.

Der Vorsitzende des zuständigen Ausschuss für Sendelizenzen, Ascher Biton, begründete den möglichen ungewöhnlichen Schritt laut Bericht mit der erheblichen Diskrepanz zwischen dem Antrag auf eine Sendelizenz und den tatsächlich ausgestrahlten Inhalten des neuen Senders.

SCHREIBEN »In dem Antrag heißt es, der Sender ziele auf ein christliches Publikum, während es in tatsächlicher Hinsicht so scheint, als richte sich der Sender an Juden und suche sie zu überzeugen, dass Jesus der Messias ist und sie das glauben und trotzdem Juden bleiben können«, so Biton in seinem Schreiben an den Sender. Ein Antrag auf eine Sendelizenz wäre mit Kenntnis dieser Tatsache anders beurteilt worden.

God TV hat als erster christlicher Sender in hebräischer Sprache vor zwei Wochen den Sendebetrieb in Israel aufgenommen. In einer Videobotschaft zu Sendebeginn erklärte der Geschäftsführer des Senders, Ward Simpson, Ziel sei es, »das Evangelium Jesu in die Häuser und Leben und Herzen des jüdischen Volkes zu bringen«. kna

Nachrichten

Erfrischung, Iran, Design

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  24.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  24.06.2026

Nachruf

Der Mann, der die Farben bewegte

Yaacov Agam, Israels wohl berühmtester Künstler, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Bekannt wurde der Pionier der kinetischen Kunst vor allem durch seinen Brunnen auf dem Dizengoff-Platz in Tel Aviv

von Sabine Brandes  24.06.2026

Jerusalem

Schin Bet ermittelt wegen Betäubungsmitteln in Babynahrung

Seit einer Woche versuchen das israelische Gesundheitsministerium und die Polizei zu ergründen, wie Sedative in Babynahrung landen konnten. Jetzt ist auch der Inlandsgeheimdienst beteiligt

 24.06.2026

Massaker des 7. Oktobers

»Ich stehe hier nicht als Statistik, ich bin Überlebende«

Ilana Gritzewsky, ehemalige Geisel in Gaza und Überlebende sexualisierter Gewalt, sprach vor dem UN-Menschenrechtsrat

von Sabine Brandes  24.06.2026

Wahlkampf

»Neuer Gesellschaftsvertrag«: Bennett stellt Reformprogramm vor

Ein Schwerpunkt seines Plans liegt im Bildungsbereich. Bennett fordert ein System, das sich am Niveau privater Schulen orientiert, aber öffentlich finanziert bleibt

 24.06.2026

Genf/Jerusalem

Neuer UN-Bericht beschuldigt Israel schwer – Jerusalem weist Vorwürfe entschieden zurück

Der UNHRC bezichtigt den jüdischen Staat schwerer Verstöße bis hin zu einem angeblichen Völkermord. Die Israelis wehren sich

 24.06.2026

Israel

Schönheit mit Narben

Designer entwerfen Kleidung für kriegsversehrte Soldaten, um im öffentlichen Raum auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen. Zu Besuch bei einer Modenschau in Tel Aviv

von Sabine Brandes  23.06.2026

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026