Medien

Lizenzentzug für evangelikalen Sender angedroht

Der gute alte Fernseher: Streamingdienste brauchen sehr viel Strom und belasten die Umwelt. Foto: imago

Kurz nach dem Sendestart im israelischen Kabelfernsehen »Hot« droht dem evangelikalen Sender »God TV« der Lizenzentzug. Israelische Behörden warnten den unter dem Namen »Schelanu« (Hebräisch für Unser) operierenden Sender vor der Schließung, weil die missionarische Agenda vor der Lizenzbehörde verheimlicht worden sei, wie die Zeitung »Haaretz« (Dienstag) berichtete.

ANHÖRUNG Der abschließenden Entscheidung soll demnach eine Anhörung des Kabelanbieters Hot vorausgehen, der mit God TV einen Siebenjahresvertrag abgeschlossen hat. Die Behörde erwägt eine Suspendierung der Lizenz bis zur Klärung. Für missionarische Tätigkeiten gelten in Israel starke rechtliche Einschränkungen.

Der Vorsitzende des zuständigen Ausschuss für Sendelizenzen, Ascher Biton, begründete den möglichen ungewöhnlichen Schritt laut Bericht mit der erheblichen Diskrepanz zwischen dem Antrag auf eine Sendelizenz und den tatsächlich ausgestrahlten Inhalten des neuen Senders.

SCHREIBEN »In dem Antrag heißt es, der Sender ziele auf ein christliches Publikum, während es in tatsächlicher Hinsicht so scheint, als richte sich der Sender an Juden und suche sie zu überzeugen, dass Jesus der Messias ist und sie das glauben und trotzdem Juden bleiben können«, so Biton in seinem Schreiben an den Sender. Ein Antrag auf eine Sendelizenz wäre mit Kenntnis dieser Tatsache anders beurteilt worden.

God TV hat als erster christlicher Sender in hebräischer Sprache vor zwei Wochen den Sendebetrieb in Israel aufgenommen. In einer Videobotschaft zu Sendebeginn erklärte der Geschäftsführer des Senders, Ward Simpson, Ziel sei es, »das Evangelium Jesu in die Häuser und Leben und Herzen des jüdischen Volkes zu bringen«. kna

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Wehrdienst oder Gefängnis: Armee stellt Chabad-Studenten vor die Wahl

Am Ben-Gurion-Flughafen wurden Dutzende Männer aus der Chabad-Lubawitsch-Bewegung festgenommen, als sie aus New York zurückkehrten

 20.10.2026

Tel Aviv

Gloria Gaynor tritt in Israel auf

Nur wenige ausländische Musiker kommen derzeit nach Israel. Die »Queen of Disco« ist eine von ihnen. Was für ein Verhältnis hat sie zum jüdischen Staat?

 20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Knessetwahl

Gantz zieht die Reißleine

Nach dem Absturz seiner Partei verzichtet der Ex-Generalstabschef auf eine Kandidatur – und wirbt erneut für eine große Einheitsregierung.

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026